FED Paper

Schnellere Abwicklung: Segen oder Fluch für Finanzstabilität?

Abwicklungsgeschwindigkeit und Systemrisiko

Ein FEDS-Papier untersucht den Einfluss der Abwicklungsgeschwindigkeit in Zahlungsnetzwerken auf die Finanzstabilität.

Die Analyse von Agostino Capponi und Jin-Wook Chang berücksichtigt Netting-Vorteile, Liquiditätskosten und Kontrahentenrisiken.

Die Autoren stellen fest, dass schnellere Abwicklungen ambivalente Auswirkungen auf das Systemrisiko und den sozialen Wohlstand haben.

Die optimale Geschwindigkeit hängt von der Netzwerkstruktur und einem Kompromiss zwischen Netting-Effizienz, Liquiditätskosten und der Wahrscheinlichkeit von Kontrahentenausfällen ab.

Insbesondere unter Liquiditätsstress kann eine schnellere Abwicklung paradoxerweise das Systemrisiko erhöhen, indem sie die Schwere einer Krise verstärkt, auch wenn sie die Wahrscheinlichkeit einer Krise reduziert.

Die Ergebnisse betonen die Notwendigkeit maßgeschneiderter Ansätze für die Gestaltung der Abwicklungsgeschwindigkeit und warnen vor einer Einheitslösung.

Dies hat wichtige Implikationen für Zentralbanken und Regulierungsbehörden, die die Stabilität von Zahlungssystemen gewährleisten müssen.

FEDS-Papiere als Diskussionsgrundlage

FEDS-Papiere (Finance and Economics Discussion Series) sind wichtige Forschungsbeiträge des Federal Reserve Boards, die zur Anregung von Diskussionen und kritischen Kommentaren dienen.

Sie spiegeln die Ansichten der Autoren wider und nicht notwendigerweise die der Notenbank selbst.

Dieses Papier reiht sich in die fortlaufende Forschung der Zentralbanken zu Zahlungssystemen und deren Rolle für die Finanzstabilität ein.

Die Erkenntnisse über die komplexen Effekte der Abwicklungsgeschwindigkeit sind relevant für die Gestaltung robuster und effizienter Finanzinfrastrukturen weltweit.

Wichtige Forschung, keine Policy-Ankündigung

Das Papier ist hochrelevant für Zentralbanken, da es zentrale Fragen der Finanzstabilität und des Systemrisikos im Kontext von Zahlungssystemen beleuchtet.

Die Schlussfolgerung gegen einen Einheitsansatz hat direkte Implikationen für die Politikgestaltung.

Es handelt sich jedoch um eine Forschungsarbeit und nicht um eine offizielle Stellungnahme oder Policy-Ankündigung der FED.

Daher ist die Signalstärke als deskriptiv einzustufen, da es Erkenntnisse liefert, aber keine konkreten Maßnahmen vorgibt.

Original: FEDS Paper: Settlement Speed and Financial Stability

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