Zinsdeckel: Mehrarbeit gegen Liquiditätsengpass
Wenn der Kredit fehlt: Arbeitszeit als Notgroschen
Exogen gedeckelte Zinsen für Kleinkredite zwingen Verbraucher in den USA zu mehr Arbeit.
Eine neue FEDS-Studie zeigt: Wer keinen Zugang zu Bargeldkrediten erhält, erhöht seine Arbeitszeit um durchschnittlich 0,4 Stunden pro Woche und nimmt weniger persönliche Auszeiten.
Die Forscher nutzen die spatiotemporale Variation von Zins-Obergrenzen in US-Bundesstaaten, um diesen Effekt von Liquiditätsengpässen auf das Arbeitsangebot zu isolieren.
Interessant ist, dass der zusätzliche Verdienst die Höhe vieler Kleinkredite nicht erreicht, was auf weitere Bewältigungsstrategien hindeutet.
Die unerwartete Folge von Zins-Caps
Die Debatte um Zins-Obergrenzen bei Kleinkrediten, oft als Schutzmaßnahme für vulnerable Verbraucher gedacht, erhält mit dieser Studie eine neue Facette.
Während Befürworter von Usury-Gesetzen auf die Vermeidung von Überschuldung abzielen, beleuchtet die FEDS-Analyse die Kehrseite: Konsumenten, die vom Kreditmarkt ausgeschlossen werden, müssen ihre Liquiditätsengpässe anders lösen.
Dies rückt die Frage in den Vordergrund, ob solche Regulierungen nicht nur den Zugang zu Krediten beschränken, sondern auch das individuelle Arbeitsverhalten beeinflussen – eine unerwünschte Nebenwirkung, die in der politischen Diskussion oft übersehen wird.
Regulierung mit unerwarteter Kehrseite
Die Studie liefert einen klaren empirischen Beleg für die unbeabsichtigten Folgen von Zins-Obergrenzen.
Sie zeigt, dass gut gemeinte Verbraucherschutzmaßnahmen das individuelle Arbeitsangebot beeinflussen können, wenn der Zugang zu Liquidität eingeschränkt wird.
Für Regulierer ist dies ein wichtiger Hinweis, die Gesamtwirkung solcher Eingriffe umfassender zu betrachten und nicht nur die direkten Effekte auf den Kreditmarkt.