Starke Institutionen: Höhere Kosten für 'sauberes Geld' im Zahlungsverkehr?
AML-Kosten: Paradox in entwickelten Ländern
Das IFDP-Papier "Clean Money, High Costs?" stellt die Annahme infrage, dass stärkere Institutionen stets die Finanzintermediationskosten senken.
Es zeigt, dass diese Beziehung in stark regulierten Sektoren, wie grenzüberschreitenden Zahlungen mit Anti-Geldwäsche-Anforderungen (AML), umgekehrt sein kann.
Fortgeschrittene Volkswirtschaften mit strenger Durchsetzung erleben höhere AML-bedingte Kosten als Entwicklungsländer mit schwacher Durchsetzung, obwohl erstere geringere zugrunde liegende Risiken aufweisen.
Dieses paradoxe Muster erklärt sich dadurch, dass starke Institutionen Kosten direkt durch Risikominderung senken, aber auch eine risikobasierte Preisgestaltung erzwingen, die Quersubventionen eliminiert.
Traditionelle Studien übersehen demnach Heterogenität, indem sie Risikolevels nicht kontrollieren.
Starke Institutionen nützen Jurisdiktionen mit geringem Risiko, zwingen aber Hochrisikoländer zu höheren Kosten.
Die Ergebnisse haben Implikationen für neue Zahlungssysteme wie regulierte Stablecoins.
Implikationen für Zentralbanken und Stablecoins
Dieses Papier ist für Zentralbanken von hoher Relevanz, da es die Komplexität der Regulierung und deren Auswirkungen auf Finanzintermediationskosten beleuchtet.
Die Erkenntnisse sind entscheidend für die Gestaltung effektiver AML-Politiken, die Förderung effizienter grenzüberschreitender Zahlungen und die Bewertung der Wettbewerbsfähigkeit des Finanzsektors.
Insbesondere die Implikationen für regulierte Stablecoins sind wichtig, da diese neue Zahlungsschienen darstellen, die ähnlichen AML-Anforderungen unterliegen.
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, Durchsetzung und Risikominderung nicht als Substitute, sondern als komplementäre Ziele zu betrachten, um unerwünschte Kosteneffekte zu vermeiden und die Finanzstabilität zu gewährleisten.
Wichtige Erkenntnisse für Regulierung
Das Papier bietet wichtige analytische Erkenntnisse zu den unbeabsichtigten Folgen strenger Regulierung, insbesondere im Kontext von AML.
Obwohl es sich um eine Forschungsarbeit handelt (Signalstärke 2), sind die Implikationen für die Effizienz grenzüberschreitender Zahlungen und die Regulierung neuer Finanzinstrumente wie Stablecoins von direkter Relevanz für die Mandate von Zentralbanken (Relevanz 4).
Es regt zur kritischen Überprüfung bestehender Regulierungsansätze an.
Original: IFDP Paper: Clean Money, High Costs?
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