US-Dollar bleibt begehrt, Treasuries verlieren Glanz
Dollar-Stärke, Treasury-Schwäche: Eine Entkopplung
Das Privileg des US-Dollars und das der US-Staatsanleihen haben sich entkoppelt – eine überraschende Erkenntnis aus einem neuen FED-Papier.
Während der Dollar nach der globalen Finanzkrise eine starke "Convenience Yield" zeigt, ist die Attraktivität von US-Treasuries nicht nur gesunken, sondern im mittleren bis langen Laufzeitbereich sogar negativ geworden.
Gemessen wird dies über Covered Interest Parity (CIP)-Abweichungen, einmal für Bankraten, einmal für Staatsanleihen.
Die relative Angebotsmenge von Staatsanleihen im Vergleich zu anderen Industrieländern treibt diese Entwicklung.
Dies deutet auf eine fundamentale Verschiebung im globalen Verständnis von sicheren Häfen hin.
Das Rätsel der sicheren Häfen
Seit der globalen Finanzkrise suchen Anleger weltweit nach sicheren Häfen.
Der US-Dollar und US-Staatsanleihen galten lange als untrennbar verbunden in ihrer Rolle als ultimative "Safe Assets".
Dieses Papier stellt diese Annahme infrage und liefert neue empirische Belege für eine Divergenz.
Für globale Finanzintermediäre und Zentralbanken, die auf die Stabilität dieser Märkte angewiesen sind, wirft die Studie wichtige Fragen zur zukünftigen Dynamik von Kapitalflüssen und der Rolle des Dollars auf.
Ein Paradigmenwechsel im Safe-Asset-Verständnis
Das Papier dokumentiert eine fundamentale Verschiebung in der Wahrnehmung zweier Eckpfeiler des globalen Finanzsystems.
Es liefert empirische Belege, die die gängige Annahme einer untrennbaren Verbindung von Dollar- und Treasury-Privileg herausfordern.
Für institutionelle Anleger und Policy-Experten, die sich mit der Stabilität und den Mechanismen globaler Finanzmärkte befassen, ist dies Pflichtlektüre.
Direkte geldpolitische Signale sendet es jedoch nicht.
Original: IFDP Paper: Decoupling Dollar and Treasury Privilege
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