FED Paper

FED-Studie: Eurozone-Arbeitsmarkt erfordert straffere EZB-Geldpolitik

EZB-Geldpolitik: Neue Indikatoren fordern Kurswechsel

Ein aktuelles IFDP Paper der FED vom August 2025 stellt zwei neue, umfassende Indikatoren für den Arbeitsmarkt der Eurozone vor.

Diese basieren auf einer Hauptkomponentenanalyse von 22 Einzelindikatoren und bieten eine systematische Sicht auf den aktuellen Zustand sowie die zukünftige Entwicklung.

Die Autoren Ece Fisgin, Joaquin Garcia-Cabo, Alex Haag und Mitch Lott zeigen, dass diese Indikatoren eine überlegene Prognoseleistung aufweisen.

Entscheidend für die Geldpolitik ist die Erkenntnis, dass EZB-Schocks auf Inflation und Arbeitslosigkeit gedämpft wirken, wenn der zukunftsgerichtete Indikator hoch ist.

Dies impliziert, dass die EZB straffere Zinspfade verfolgen sollte, als eine Standard-Taylor-Regel vorschreiben würde.

Zudem warnen die Forscher, dass die offizielle Arbeitslosenquote das tatsächliche Arbeitsmarktpotenzial unterschätzen könnte, was die Abwägung zwischen Arbeitsmarktgesundheit und Inflationsdynamik erschwert.

Debatte um EZB-Kurs und Arbeitsmarkt-Slack

Diese Studie der US-Notenbank FED liefert wichtige Impulse für die laufende Debatte über die zukünftige Ausrichtung der EZB-Geldpolitik.

Sie stellt die gängige Interpretation des Eurozonen-Arbeitsmarktes in Frage und schlägt eine neue Methodik vor, die über die traditionelle Arbeitslosenquote hinausgeht.

Angesichts der anhaltenden Inflationssorgen und der Diskussion um die optimale Zinspolitik der EZB ist die Forderung nach potenziell strafferen Zinspfaden besonders relevant.

Die Arbeit unterstreicht die Notwendigkeit, ein breiteres Spektrum an Arbeitsmarktindikatoren zu berücksichtigen, um das tatsächliche Ausmaß der Unterauslastung und die Wirksamkeit geldpolitischer Maßnahmen besser einschätzen zu können.

Pflichtlektüre für EZB-Beobachter

Die Studie bietet eine innovative Methodik zur Analyse des Eurozonen-Arbeitsmarktes, die über etablierte Messgrößen hinausgeht.

Ihre direkten Implikationen für die EZB-Geldpolitik – insbesondere die Empfehlung für potenziell straffere Zinspfade und die Neubewertung des Arbeitsmarkt-Slacks – machen sie zu einer wichtigen Quelle für alle, die die zukünftige Ausrichtung der europäischen Geldpolitik verfolgen.

Die Ergebnisse könnten die Debatte über die Wirksamkeit geldpolitischer Impulse neu entfachen.