Fed-Studie: Weniger Ungleichheit mildert Finanzkrisen
Ungleichheit: Krisen-Verstärker oder Puffer?
Vermögensungleichheit spielt bei sogenannten „Sudden Stops“ – abrupten Kapitalabzügen und Leistungsbilanzumschwüngen – eine ambivalente Rolle.
Eine neue Fed-Studie zeigt, dass hoch verschuldete Haushalte in Krisen ihre Assets notverkaufen und so den Preisverfall beschleunigen.
Gleichzeitig kaufen vermögende Haushalte mit geringer Verschuldung diese depressiven Assets auf und dämpfen den Abwärtsdruck.
Das Ergebnis: Die makroökonomischen Auswirkungen der Ungleichheit sind komplex.
Ein quantitatives Modell legt jedoch nahe, dass Volkswirtschaften mit geringerer Ungleichheit, sei es durch weniger idiosynkratisches Risiko oder Vermögensumverteilung, weniger schwere Krisen erleben.
Ungleichheit: Makro-Risiko im Fokus
Die Rolle von Vermögensungleichheit für die Finanzstabilität rückt seit der globalen Finanzkrise immer stärker in den Fokus von Zentralbanken und Regulierern.
Insbesondere in Schwellenländern, die anfälliger für abrupte Kapitalabzüge sind, können mikroökonomische Ungleichheiten makroökonomische Schockwellen auslösen.
Diese Studie liefert einen neuen Blick auf die Mechanismen, wie Ungleichheit die Dynamik von Krisen beeinflusst und damit die Debatte um makroprudenzielle Instrumente erweitert.
Ambivalenz mit klarer Policy-Richtung
Die Studie beleuchtet einen wichtigen, oft übersehenen Aspekt von Finanzkrisen: die Rolle der Vermögensverteilung.
Obwohl die Effekte zunächst widersprüchlich erscheinen, liefert das Modell eine klare Botschaft für die Politik: Weniger Ungleichheit kann Krisen abmildern.
Das ist relevant für Finanzstabilität und makroprudenzielle Überlegungen, auch wenn es keine direkten geldpolitischen Signale gibt.