Arbeitsmarkt wichtiger als Inflation für Haushaltserwartungen
Arbeitslosigkeit prägt Erwartungen stärker
Ein aktuelles IFDP-Papier der FED untersucht, welche makroökonomischen Signale die Erwartungen der Haushalte prägen.
Die Autoren Anushka Mitra und Aditi Singh stellen fest, dass Schocks am Arbeitsmarkt, insbesondere Arbeitslosigkeit, einen deutlich größeren Einfluss auf die Erwartungsbildung haben als Inflationsschocks.
Mithilfe täglicher Daten und der Analyse von Überraschungskomponenten bei Ankündigungen identifizieren sie, welche Nachrichten Haushalte zur Revision ihrer Erwartungen veranlassen.
Die Studie zeigt, dass Arbeitsmarktnachrichten sowohl das allgemeine Wirtschaftssentiment als auch die Inflationserwartungen stark beeinflussen.
Selbst bei steigender Inflation und sinkender Arbeitslosigkeit reagieren Haushalte primär auf Arbeitslosigkeitsschocks.
Die meisten Änderungen der Inflationserwartungen werden demnach durch Schocks am Arbeitsmarkt ausgelöst.
Dieser dominante Einfluss der Arbeitslosigkeit bleibt auch während negativer Angebots- und Nachfrageschocks bestehen, was wichtige Implikationen für die Kommunikation der Zentralbanken haben könnte.
FED-Forschung zu Haushaltserwartungen
Dieses IFDP-Papier (International Finance Discussion Papers) ist eine Forschungsarbeit von Mitarbeitern der Federal Reserve.
Es repräsentiert die Ansichten der Autoren und nicht notwendigerweise die des Board of Governors.
Solche Papiere sind oft vorläufig und dienen dazu, Diskussionen anzuregen und kritisches Feedback zu erhalten.
Für Zentralbanken ist das Verständnis der Haushaltserwartungen von entscheidender Bedeutung, da diese die Wirksamkeit der Geldpolitik beeinflussen.
Die Erkenntnisse können helfen, die Kommunikation der Zentralbanken zu optimieren und die Reaktion der Öffentlichkeit auf wirtschaftliche Entwicklungen besser zu antizipieren.
Wichtige Erkenntnisse für Geldpolitik
Die Studie liefert wichtige Einblicke in die Determinanten von Haushaltserwartungen, ein zentrales Element für die Transmission der Geldpolitik.
Das Verständnis, dass Arbeitsmarktschocks Inflationsschocks übertreffen, kann die Kommunikationsstrategie der Zentralbanken beeinflussen.
Die Signalstärke ist jedoch gering, da es sich um eine vorläufige Forschungsarbeit handelt, die keine direkten politischen Empfehlungen oder Forward Guidance enthält, sondern deskriptive Analysen liefert.
Original: IFDP Paper: What Determines Household Expectations?
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