Schweizer Industrie investiert global, Finanz-Holdings ziehen Kapital ab
Das Janusgesicht der Schweizer Direktinvestitionen
Die Schweizer Direktinvestitionen zeigen ein zweigeteiltes Bild: Während ausländisch beherrschte Finanz- und Holdinggesellschaften massiv Kapital abziehen, investieren Schweizer Industrieunternehmen und Banken kräftig im Ausland.
Insgesamt flossen 11 Mrd. Franken netto ab, doch hinter dieser Zahl verbergen sich Desinvestitionen von 52 Mrd. Franken durch Finanz-Holdings und gleichzeitige Neuinvestitionen von 41 Mrd. Franken durch operative Schweizer Firmen.
Auch ausländische Investoren zogen 83 Mrd. Franken aus der Schweiz ab, primär aus dem Finanzsektor.
Die Daten entlarven eine Bilanzverkürzungswelle, die die strategische Expansion der Schweizer Realwirtschaft überlagert.
Bilanzverkürzungen als Dauertrend
Die beobachteten Bilanzverkürzungen bei Finanz- und Holdinggesellschaften sind kein neues Phänomen, sondern setzen sich seit 2018 fort und summieren sich auf über 660 Mrd. Franken.
Dieser Trend reflektiert tiefgreifende Konzernumstrukturierungen und Liquidationen, die oft steuerliche oder regulatorische Anpassungen nach sich ziehen.
Die SNB-Daten differenzieren hier scharf zwischen diesen administrativen Kapitalbewegungen und den strategischen Direktinvestitionen der operativen Wirtschaft, die weiterhin expandiert.
Trend bestätigt, Details überraschen
Die SNB-Daten bestätigen den anhaltenden Trend der Bilanzverkürzungen im Finanz- und Holdingsektor.
Die hohe Relevanz liegt in der detaillierten Aufschlüsselung, die zeigt, dass die Schweizer Realwirtschaft trotz des aggregierten Nettoabzugs weiterhin substanziell im Ausland investiert.
Für die Geldpolitik sind keine direkten Signale enthalten, doch die Kapitalflüsse sind für die Zahlungsbilanz und Währungsentwicklung relevant.
Original: 2025-12-12 - Direktinvestitionen 2024
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