SNB: Lohn-Preis-Spirale in der Schweiz historisch unwahrscheinlich
Lohn-Preis-Dynamik in der Schweiz analysiert
Die SNB-Studie analysiert die historische Beziehung zwischen Konsumentenpreisen und Löhnen in der Schweiz von 1980 bis 2019.
Sie zeigt, dass der Pass-Through von Preisen zu Löhnen erheblich war, während Lohnsteigerungen nur einen bescheidenen Effekt auf Preise hatten.
Andere Faktoren wie importierte Inflation, Inflationserwartungen und die konjunkturelle Lage dominieren die Preisbewegungen.
Zweitrundeneffekte der Inflation werden hauptsächlich durch Inflationserwartungen erklärt.
Die Ergebnisse legen nahe, dass Perioden hoher Inflation und hohen Lohnwachstums nicht das Ergebnis einer Lohn-Preis-Spirale waren, sondern durch gemeinsame Treiber und die graduelle Anpassung der Löhne an Preise bedingt sind.
Obwohl ein höherer Lohn-Preis-Pass-Through in Zeiten erhöhter Inflation möglich ist, war er selbst in den 1980er und 1990er Jahren nur gering.
Implikationen für die Schweizer Geldpolitik
Diese SNB-Studie ist für die Zentralbank-Intelligence von hoher Relevanz, da sie fundamentale Einblicke in die Inflationsdynamik der Schweiz liefert.
Insbesondere die Entkräftung der Annahme einer starken Lohn-Preis-Spirale ist entscheidend für die geldpolitische Entscheidungsfindung.
In einem Umfeld erhöhter Inflationssorgen hilft das Papier, die Risiken von Zweitrundeneffekten durch Lohnforderungen besser einzuschätzen.
Die Erkenntnisse, dass andere Faktoren wie importierte Inflation und Inflationserwartungen Preisbewegungen dominieren, lenken den Fokus auf diese Treiber und unterstützen eine evidenzbasierte Politikgestaltung.
Wichtige Einblicke, deskriptiver Charakter
Die Studie ist wichtig (Score 4), da sie zentrale Mechanismen der Inflationsbildung in der Schweiz beleuchtet und die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale historisch als gering einstuft.
Dies hat direkte Relevanz für die geldpolitische Strategie und Kommunikation.
Der Signalstärke-Score 2 (deskriptiv) ergibt sich, weil es sich um ein Working Paper handelt, das analytische Erkenntnisse liefert, aber keine direkten Policy-Ankündigungen oder Forward Guidance enthält.
Es ist eine wissenschaftliche Analyse vergangener Daten.