SNB-Studie: Fonds machen Währungen anfälliger für Kapitalflüsse
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SNB-Studie: Fonds machen Währungen anfälliger für Kapitalflüsse

Wenn Fonds Währungen lenken

Inelastische Finanzintermediäre wie Mutual Funds und ETFs machen Währungen anfälliger für Kapitalflüsse.

Eine SNB-Studie belegt dies mit Schweizer Mikrodaten: Der Anteil dieser Fonds an inländischen Franken-Anleihen stieg von 5% (2005) auf 51% (2024).

Ihre starren Mandate zwingen sie, nur bei Zu- oder Abflüssen zu handeln, was die Preiselastizität des Marktes drastisch reduziert.

Das Ergebnis: Kapitalzuflüsse führen zu stärkeren Währungsaufwertungen, da der Markt weniger flexibel reagiert.

Dieser Mechanismus gilt nicht nur für den Franken, sondern wurde in fünf weiteren Industrieländern bestätigt.

Währungsmärkte im Umbruch

Der Aufstieg passiver Anlagestrategien und regelbasierter Fonds ist seit Jahren ein dominanter Trend im Finanzsektor.

Diese SNB-Studie liefert nun den empirischen Beleg, wie diese Entwicklung die Funktionsweise der Währungsmärkte fundamental verändert.

Für Zentralbanken, die Wechselkurse als Transmissionskanal der Geldpolitik und Stabilitätsfaktor beobachten, ist dies eine wichtige Erkenntnis.

Sie zeigt, dass traditionelle Modelle der Wechselkursbildung möglicherweise angepasst werden müssen, um die neue Marktrealität abzubilden.

Der stille Währungs-Treiber

Das Paper quantifiziert eine strukturelle Verschiebung in den Finanzmärkten und deren direkten, messbaren Einfluss auf Wechselkurse.

Dies ist entscheidend für das Verständnis von FX-Volatilität und der Transmission von Kapitalflüssen.

Obwohl nicht direkt politik-präskriptiv, bietet es Zentralbanken eine neue Perspektive auf die Marktdynamik.