SNB warnt: Liquiditätsregeln schaffen neue Risikoklippen
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SNB warnt: Liquiditätsregeln schaffen neue Risikoklippen

Liquiditätsregeln: Der 30-Tage-Trick

Schweizer Banken haben die Einführung der Liquiditätsdeckungsquote (LCR) zwar genutzt, um kurzfristige Finanzierungen zu reduzieren, doch eine neue SNB-Studie enthüllt eine geschickte Umgehungsstrategie.

Statt die Liquidität nachhaltig zu verbessern, verlängern Institute die Laufzeiten ihrer Verbindlichkeiten nur knapp über die 30-Tage-Grenze der LCR.

Dieser "30-Tage-Trick" verbessert die LCR im Schnitt um zehn Prozentpunkte, ohne die tatsächliche Resilienz wesentlich zu stärken.

Die Autoren warnen vor neuen "Cliff Risks" und fordern eine Ergänzung der LCR durch längerfristige Liquiditätsanforderungen, um solche Arbitrage-Anreize zu minimieren.

Die Schattenseiten der Regulierung

Die LCR wurde nach der Finanzkrise als Kernstück der Basel-III-Reformen eingeführt, um die kurzfristige Liquiditätsresilienz von Banken zu stärken.

Die Erkenntnisse der SNB-Studie sind jedoch nicht neu: Regulierungsarbitrage ist ein bekanntes Phänomen, wenn starre Schwellenwerte gesetzt werden.

Sie zeigen, dass selbst gut gemeinte Regeln unerwünschte Nebenwirkungen haben können, die die eigentliche Absicht untergraben.

Für Aufsichtsbehörden weltweit ist dies ein wiederkehrendes Dilemma, das eine ständige Anpassung und Verfeinerung der Vorschriften erfordert.

Regulierung mit Tücken

Die Studie liefert empirische Belege für ein bekanntes Problem der Finanzregulierung: die Entstehung von Arbitrage-Möglichkeiten durch starre Schwellenwerte.

Die Forderung nach längerfristigen Liquiditätsanforderungen ist eine logische Konsequenz und adressiert einen realen Schwachpunkt der aktuellen LCR-Architektur.

Für Regulierer und Banken gleichermaßen ist dies eine wichtige Erkenntnis, die zur Weiterentwicklung der Vorschriften beitragen sollte.