SSM Speech

EZB-Aufseherin Buch: Starke Anreize und Aufsicht essenziell für Bankenstabilität

Anreize und Aufsicht als Stabilitätsanker

Claudia Buch, Vorsitzende des Aufsichtsgremiums der EZB, betonte in einer Rede an der Frankfurt School die zentrale Rolle von Anreizen und Aufsicht für die Sicherheit und Solidität des Bankensektors.

Zehn Jahre nach der Bankenunion sei der Sektor widerstandsfähiger, doch geopolitische Risiken, Klimawandel und Digitalisierung erforderten langfristige Strategien.

Fehlgeleitete Anreize führten zu exzessiver Risikobereitschaft und verursachten hohe gesellschaftliche Kosten, wie jüngste Bankenkrisen zeigten.

Buch forderte eine weitere Stärkung von Governance und Risikomanagement, um nachhaltige Geschäftsmodelle zu fördern und das Vertrauen zu sichern.

Nach den Bankenkrisen: Fokus auf Governance

Die Rede von Claudia Buch erfolgt vor dem Hintergrund jüngster Bankenkrisen wie Credit Suisse und Silicon Valley Bank, die trotz formaler Kapital- und Liquiditätsanforderungen auf gravierende Mängel in Governance und Risikomanagement zurückzuführen waren.

Sie unterstreicht die anhaltende Relevanz der Lehren aus der globalen Finanzkrise 2007-08 und die Notwendigkeit, über reine Kapital- und Liquiditätsvorschriften hinauszugehen.

Buchs Ausführungen bekräftigen die Priorität der EZB/SSM, die internen Steuerungsmechanismen der Banken zu stärken und die Anreize auf langfristige Stabilität auszurichten, um zukünftige Krisen zu verhindern und das Vertrauen in den Finanzsektor zu erhalten.

Grundlagenrede mit klarer Botschaft

Die Rede ist eine substanzielle Darlegung der EZB-Aufsichtsposition zu Governance und Anreizsystemen im Bankensektor.

Sie liefert keine neuen, marktbewegenden Ankündigungen, sondern konsolidiert und bekräftigt bekannte Prioritäten, untermauert mit Beispielen jüngster Bankenkrisen.

Für institutionelle Investoren und Policy-Experten ist sie relevant, da sie die Denkweise der Aufsicht verdeutlicht und Hinweise auf zukünftige Schwerpunkte bei der Bankenprüfung gibt.