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EZB-Aufseher Montagner: Wachsamkeit und effektive Aufsicht unerlässlich

Montagner warnt vor Selbstgefälligkeit der Bankenaufsicht

Patrick Montagner, Mitglied des EZB-Aufsichtsrats, betont die Notwendigkeit einer weiterhin wachsamen und effektiven Bankenaufsicht, trotz der scheinbaren Erholung des Bankensystems.

Er warnt vor Selbstgefälligkeit und verweist auf die Lehren aus der globalen Finanzkrise.

Montagner identifiziert mehrere Bedrohungen für die Finanzstabilität: überbewertete Vermögenswerte, erhöhte Verschuldung in allen Sektoren (einschließlich "Non-Banks" mit tiefen Verbindungen zum Bankensektor) und potenzielle Liquiditätsengpässe.

Er kritisiert die Annahme, dass Marktliquidität selbstverständlich sei, und betont, dass reine Kennzahlen eine fehlerhafte Geschäftsmodell oder eine schwache Risikokultur nicht kompensieren können.

Zusätzlich zu diesen Risiken hebt Montagner strukturelle Herausforderungen hervor: globale Ungleichgewichte, Klimawandel, demografischer Wandel, Künstliche Intelligenz und die wachsende Bedrohung durch Cyberangriffe.

Er argumentiert, dass eine "Light-Touch"-Aufsicht ein Rezept für zukünftige Krisen sei und fordert starke Aufsichtsbehörden mit ausreichenden Ressourcen und Expertise.

Governance und Risikomanagement in Banken sind entscheidend, wobei die Risikokultur als Wurzel vieler Probleme identifiziert wird.

Die EZB wird ihre Aufsichtsmethoden weiterentwickeln, um effizienter und risikofokussierter zu werden, und betont, dass die Aufsicht nicht weniger intensiv oder anspruchsvoll werden darf.

Montagner zur Zukunft der Bankenaufsicht

Die Rede von Patrick Montagner, einem wichtigen Mitglied des EZB-Aufsichtsrats, bietet einen tiefen Einblick in die aktuelle Denkweise der europäischen Bankenaufsicht.

Sie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussion über das richtige Maß an Regulierung und Aufsicht in einem scheinbar stabilen Umfeld wieder auflebt.

Montagner positioniert die EZB klar gegen eine Lockerung der Aufsicht und unterstreicht die Notwendigkeit, aus vergangenen Krisen zu lernen und proaktiv auf neue und alte Risiken zu reagieren.

Die Betonung von Governance, Risikokultur und der Vernetzung von Banken mit "Non-Banks" zeigt die Weiterentwicklung der Aufsichtsstrategie.

Klarer Kurs der EZB-Aufsicht

Die Rede eines EZB-Aufsichtsratsmitglieds liefert wichtige Forward Guidance zur zukünftigen Ausrichtung der europäischen Bankenaufsicht.

Montagner warnt explizit vor einer Lockerung der Aufsicht und betont die Notwendigkeit von Wachsamkeit und effektiver Governance angesichts vielfältiger Risiken.

Dies signalisiert, dass die EZB ihren strengen Kurs beibehalten und weiterentwickeln wird, was für Banken und den Finanzsektor von hoher Relevanz ist.