Realzins-Puzzle: Wenn Zinsanhebungen nicht wirken
Ein neues Forschungspapier der BIS untersucht das paradoxe Phänomen, dass Realzinsen unmittelbar fallen können, obwohl eine Zentralbank die Leitzinsen anhebt. Dies stellt die Verlässlichkeit der traditionellen Lücke zwischen Realzins und natürlichem Zins (r-star) als geldpolitischen Indikator in Frage.
Geldpolitik-Analyse in Krisenzeiten
Dieses Papier ist für Zentralbanken von großer Bedeutung, da es die grundlegende Funktionsweise der Geldpolitik und die Messung ihrer Auswirkungen neu bewertet.
Insbesondere in Zeiten von Krisen wie Pandemien, Finanzkrisen oder Handelskriegen, in denen die Interpretation des natürlichen Zinses (r-star) und der Realzinslücke erschwert ist, bietet die Studie eine klarere Erklärung, wie Zentralbanken die Inflation beeinflussen.
Die Einführung der zustandsinvarianten Realzinslücke könnte die Analyse der geldpolitischen Haltung und die Inflationsprognose erheblich verbessern, was für die Entscheidungsfindung und Kommunikation von Zentralbanken unerlässlich ist.
Fundamentale Neubewertung der Geldpolitik
Relevanz (4): Das Papier hinterfragt fundamentale Annahmen zur Transmission von Geldpolitik und zur Messung ihrer Wirkung.
Die vorgeschlagene neue Messgröße der geldpolitischen Haltung ist für die Analyse und Inflationsprognose von Zentralbanken hochrelevant, insbesondere in volatilen Zeiten.
Signalstärke (2): Es handelt sich um eine technische Analyse, die ein ökonomisches Rätsel erklärt und ein neues Messinstrument vorschlägt.
Es enthält keine direkten geldpolitischen Ankündigungen oder Forward Guidance.
Source: The capital puzzle
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