Miran: Deregulierung senkt Preise und ermöglicht lockere Geldpolitik
Fed-Gouverneur Miran betont die deflationären Effekte von Deregulierung. Eine stärkere Angebotsseite ermögliche eine akkommodierende Geldpolitik, so Miran in Athen.
Deregulierung als Preisbremse
Miran argumentiert, dass Deregulierung die Angebotsseite der Wirtschaft stärkt und damit den Inflationsdruck mindert.
Er verweist auf Griechenlands Erholung nach 2009, die durch umfassende Reformen und den Abbau erstickender Überregulierung ermöglicht wurde.
Diese Maßnahmen, darunter die Liberalisierung von Produkt- und Dienstleistungsmärkten sowie die Erleichterung von Genehmigungsverfahren, führten zu einem bemerkenswerten Wirtschaftswachstum und verbesserten Lebensstandards.
Für die Geldpolitik bedeutet dies, dass eine erweiterte Produktionskapazität der Wirtschaft nachhaltiges Wachstum ohne Inflation ermöglicht.
Miran glaubt, dass die Deregulierung in den USA, wie die 'one-in-ten-out'-Politik, Wettbewerb und Produktivität erheblich steigern wird.
'Dies wird ein schnelleres Wirtschaftswachstum ermöglichen, ohne den Inflationsdruck zu erhöhen,' so Miran.
Er schätzt, dass bis 2030 etwa 30 Prozent der regulatorischen Beschränkungen im Code of Federal Regulations eliminiert werden könnten, was einen kumulativen Rückgang des Verbraucherpreisniveaus um etwa 3 Prozent bedeuten würde.
Das Messproblem der Regulierung
Die Aggregation und Messung von Deregulierung stellt Zentralbanker vor Herausforderungen.
Ökonomen neigen dazu, sich auf quantifizierbare Daten zu konzentrieren, was die Bedeutung von Regulierung oft unterschätzt.
Traditionelle Methoden wie das Zählen von Regulierungsseiten oder Arbeitsstunden zur Einhaltung erfassen nicht die vollen Opportunitätskosten.
Fortschritte in der Verarbeitung natürlicher Sprache und künstlicher Intelligenz, wie das QuantGov-Projekt und Joseph Kalmenovitz' Methoden, ermöglichen jedoch präzisere Messungen.
Diese zeigen bereits einen erheblichen Rückgang der Regeln im Jahr 2025.
Miran betont, dass Regulierungen weitaus größere Folgen für die Angebotsseite haben können als Steuern, da sie als direkte Verbote wirken und die Wirtschaft von hochproduktiven zu niedrigproduktiven Sektoren verlagern können.
Der unterschätzte Faktor Deregulierung
Miran liefert ein wichtiges Plädoyer für die Berücksichtigung von Deregulierung als primären Angebotsfaktor in der Geldpolitik.
Seine Argumentation, dass Deregulierung das Potenzialwachstum stärker als das tatsächliche Wachstum steigert, bietet eine fundierte Begründung für eine akkommodierende Haltung.
Dies fordert die gängige Praxis heraus, die Output-Lücke als primären Input für geldpolitische Entscheidungen zu nutzen, und eröffnet neue Perspektiven für die Inflationsbekämpfung.