ECB Paper

Fiskalimpulse verstärkten Preisdruck im Euroraum

Ein aktuelles Working Paper der EZB untersucht den Beitrag diskretionärer Fiskalpolitik zur Inflation im Euroraum nach der Pandemie. Die Autoren Bonam, Cerra Pacheco und Checherita-Westphal nutzen ein erweitertes Bernanke-Blanchard-Modell und zeigen, dass aggregierte fiskalische Maßnahmen einen bescheidenen, aber zunehmend positiven Beitrag zur Inflation leisteten, teilweise über Lohnwachstum und Inflationserwartungen.

Fiskalische Rolle in der Inflationsdebatte

Die Studie reiht sich in die aktuelle Debatte über die Treiber der post-pandemischen Inflation ein, die zwischen angebots- und nachfrageseitigen Faktoren abwägt.

Sie erweitert das vielbeachtete Bernanke-Blanchard-Modell, das ursprünglich für die US-Inflation entwickelt wurde, um fiskalische Komponenten für den Euroraum.

Dies ist bemerkenswert, da die Autoren des Originalmodells die Integration der Fiskalpolitik explizit als Forschungsfeld nannten.

Die Ergebnisse unterstreichen die Komplexität der Inflationsbekämpfung und die Notwendigkeit einer sorgfältigen Koordination von Geld- und Fiskalpolitik, insbesondere im Hinblick auf die potenziellen Auswirkungen auf die Inflationspersistenz.

Neue Evidenz für Fiskal-Effekte

Das Working Paper liefert wichtige neue empirische Evidenz zur Rolle der Fiskalpolitik bei der jüngsten Inflation im Euroraum, ein zentrales Thema für Zentralbanken und Regierungen.

Die Differenzierung zwischen verschiedenen fiskalischen Maßnahmen und die Analyse des Transmissionskanals über Löhne sind besonders wertvoll.

Obwohl es sich um eine Forschungsarbeit handelt, untermauert sie die Notwendigkeit einer sorgfältigen Kalibrierung fiskalischer Maßnahmen und deren potenziellen Einfluss auf die Inflationspersistenz.