Nachfrageeffekte in Inflationsmodellen unterschätzt
Das Working Paper der Bank of Canada untersucht die Rolle von Nachfragefaktoren bei der Inflation, insbesondere nach der Pandemie. Es kritisiert, dass gängige Neukeynesianische Modelle mit konstanter Substitutionselastizität (CES) der Nachfrage keine unabhängige Rolle für die Konsumnachfrage bei der Preisbildung zugestehen.
Implikationen für Geldpolitik und Inflationsanalyse
Dieses Working Paper stellt eine wichtige Herausforderung für die gängigen Neukeynesianischen Modelle dar, die von vielen Zentralbanken zur Inflationsanalyse verwendet werden.
Es bietet einen plausiblen Mechanismus, wie die Konsumnachfrage direkt und nicht-linear die Preisbildung und somit die Inflation beeinflusst – ein Aspekt, der in Standardmodellen oft unterrepräsentiert ist.
Die Erkenntnisse sind besonders relevant für die aktuelle Debatte über die Ursachen der postpandemischen Inflation und könnten die geldpolitische Reaktion auf zukünftige Nachfrageschocks beeinflussen, indem sie eine direktere Rolle der Nachfrage bei der Inflationsdynamik aufzeigen.
Modellkritik mit Relevanz für Inflationsprognosen
Das Papier hinterfragt eine zentrale Annahme in den von Zentralbanken genutzten Inflationsmodellen und bietet einen neuen Kanal für die Nachfragewirkung auf Preise.
Dies ist entscheidend für ein tieferes Verständnis der Inflationsdynamik und die Verbesserung von Prognosemodellen.
Die Ergebnisse sind jedoch vorerst rein akademischer Natur und spiegeln nicht die offizielle Haltung der Bank of Canada wider, weshalb die Signalstärke gering ist.