CoCos: Die Illusion des Eigenkapitalersatzes
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CoCos: Die Illusion des Eigenkapitalersatzes

Eine neue Studie der EZB-Ökonomen Ricardo Correia und Francisco Javier Población García zeigt, dass Contingent Convertible Bonds (CoCos) in ihrer aktuellen Form als Ersatz für Eigenkapital ineffektiv sind und sogar die Komplexität erhöhen. Die Analyse kommt zum Schluss, dass CoCos eine bessere Wertschöpfung erzielen, wenn sie herkömmliche Unternehmensschulden ersetzen, anstatt als Eigenkapitalersatz zu dienen.

Die enttäuschte Hoffnung der Krisenbewältigung

CoCos wurden nach der Finanzkrise 2008 als Instrument zur Stärkung der Bankenkapitalisierung und zur Vermeidung staatlicher Rettungsaktionen eingeführt.

Regulierer wie Basel III förderten insbesondere AT1 CoCos als 'Going-Concern'-Kapital, das eine Bankenabwicklung verhindern sollte.

Die Studie hinterfragt nun, ob diese Versprechen eingelöst wurden, insbesondere angesichts der Erfahrungen bei Banco Popular (2017) und Credit Suisse (2023), wo CoCos erst im Abwicklungsfall griffen.

Die Ergebnisse fordern eine grundlegende Neubewertung des Instruments.

CoCos: Anspruch und Realität klaffen auseinander

Die Studie liefert eine kritische Neubewertung eines zentralen Nach-Krisen-Instruments.

Sie zeigt auf, dass CoCos ihre ursprüngliche Rolle als präventives Eigenkapitalinstrument nicht erfüllen konnten und stattdessen die Komplexität erhöhen.

Die Ergebnisse sind relevant für Regulierer und Investoren, die die Effektivität von AT1-Kapital bewerten müssen.