Fonds reagieren unterschiedlich auf Politik-Mix
Ein aktuelles Working Paper der EZB untersucht die Wechselwirkung von Geld- und makroprudenzieller Politik auf Investmentfonds im Euroraum. Die Autoren Martin Hodula und Anisa Tiza Mimun zeigen, dass eine Kombination aus Zinserhöhungen und strengeren makroprudenziellen Maßnahmen je nach nationaler Marktstruktur stark unterschiedliche Effekte hat.
Regulierungs-Arbitrage im Fokus der EZB
Die Studie reiht sich in die wachsende Debatte um die Regulierung des Nichtbanken-Finanzsektors (NBFI) ein, der nach der Finanzkrise stark an Bedeutung gewonnen hat.
Sie liefert empirische Belege für die These, dass Bankenregulierung unbeabsichtigte Spillover-Effekte auf Investmentfonds haben kann und dass Regulierungs-Arbitrage über Ländergrenzen hinweg stattfindet.
Dies ist besonders relevant für die EZB und andere Aufsichtsbehörden, die nach Wegen suchen, systemische Risiken im gesamten Finanzsystem zu adressieren.
Die Erkenntnisse unterstreichen die Komplexität der Koordination von Geld- und Makroprudenzpolitik in einem heterogenen Währungsraum und fordern eine Weiterentwicklung der Aufsichtsrahmen über Banken hinaus.
Pflichtlektüre für Regulierer und Investoren
Das Working Paper liefert neue, empirisch fundierte Erkenntnisse zur komplexen Interaktion von Geld- und Makroprudenzpolitik im Nichtbankensektor.
Die detaillierte Analyse der länderübergreifenden Heterogenität und der Mechanismen der Regulierungs-Arbitrage ist von hoher Relevanz für Zentralbanker und Aufsichtsbehörden.
Die klaren Politikempfehlungen zur Koordination und Anpassung der Rahmenwerke machen es zu einer wichtigen Quelle für die Weiterentwicklung der Finanzstabilitätspolitik im Euroraum.