ECB Paper Auf Deutsch lesen

Geldpolitik: Wirkung auf Investitionen entschlüsselt

Ein aktuelles Working Paper der EZB-Ökonomen Ferrando, Lamboglia und Offner beleuchtet die Übertragung der Geldpolitik auf Unternehmensinvestitionen. Die Studie nutzt Umfragedaten, um Finanzierungsbedarfe (als Indikator für Fundamentaldaten und Investitionsmöglichkeiten) von der wahrgenommenen Finanzierungsverfügbarkeit (als Indikator für Finanzierungsbedingungen) zu trennen.

Debatte um Grenzen der Geldpolitik

Das Working Paper fügt sich in die aktuelle Debatte um die Wirksamkeit der Geldpolitik ein, insbesondere angesichts der jüngsten Bedenken des EZB-Rats (Oktober 2024), dass Investitionen trotz geldpolitischer Lockerung aufgrund struktureller Faktoren wie geopolitischer Spannungen und Überregulierung verhalten bleiben.

Die Studie liefert empirische Evidenz, die diese Einschätzung stützt, indem sie die Grenzen der Geldpolitik aufzeigt, wenn Fundamentaldaten schwach sind.

Die innovative Nutzung von Umfragedaten zur Trennung von Investitionsmöglichkeiten und Finanzierungsbedingungen überwindet methodische Herausforderungen früherer Studien, die auf Bilanzdaten basierten, und bietet tiefere Einblicke in die heterogene Reaktion von Unternehmen.

Neue Methodik, klare Implikationen

Die Studie ist hochrelevant, da sie eine innovative Methodik (SAFE-Umfragedaten) nutzt, um eine zentrale Frage der Geldpolitik zu beantworten: Wie wirken sich Fundamentaldaten und Finanzierungsbedingungen auf die Investitionsreaktion aus?

Sie liefert empirische Belege für die jüngsten Einschätzungen des EZB-Rats zu den Grenzen der Geldpolitik bei strukturellen Hemmnissen.

Die Ergebnisse sind für Policy-Experten und institutionelle Investoren von Bedeutung, um die heterogene Wirkung geldpolitischer Impulse besser zu verstehen.