Dienstleistungssektor bremst Binnenmarkt
Der EU-Binnenmarkt, der 450 Millionen Menschen und 26 Millionen Unternehmen umfasst, hat das reale BIP pro Kopf zwischen 1993 und 2014 um 12-22% gesteigert und jährliche Wohlfahrtsgewinne von rund 840 Euro pro Person (2016 Preise) erzielt, wie Studien von Lehtimäki und Sondermann (2020) sowie Mion und Ponattu (2019) belegen. Trotz dieser Erfolge und seiner Rolle als „erste Verteidigungslinie“ Europas (Letta, 2024; Draghi, 2024), bleiben erhebliche strukturelle Hindernisse bestehen, insbesondere im Dienstleistungssektor.
Binnenmarkt: Europas Achillesferse?
Die Diskussion um den EU-Binnenmarkt gewinnt an Dringlichkeit, da Europa seine Wettbewerbsfähigkeit und strategische Autonomie stärken will.
Berichte von Letta und Draghi unterstreichen die geopolitische Bedeutung eines vertieften Marktes.
Die hier analysierten strukturellen Barrieren, insbesondere im Dienstleistungssektor, zeigen, dass die Integration weit hinter dem Potenzial zurückbleibt.
Dies steht im Kontrast zu den ambitionierten Zielen der EU, eine echte Kapitalmarktunion zu schaffen, die ebenfalls unter Fragmentierung leidet, und untergräbt die Fähigkeit der EZB zur effektiven geldpolitischen Transmission.
Quantifizierung der Binnenmarkt-Blockaden
Die Analyse liefert eine fundierte Bestandsaufnahme der anhaltenden Fragmentierung im EU-Binnenmarkt, insbesondere im Dienstleistungssektor.
Durch die Quantifizierung des ungenutzten Potenzials und die detaillierte Auflistung der Barrieren bietet der Text eine wichtige Grundlage für politische Maßnahmen zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz.