Zahlungsverhalten: Mehrheit der Einkäufe bargeldlos
Erstmals wird mehr als die Hälfte der täglichen Einkäufe in Deutschland bargeldlos bezahlt. Bargeld bleibt jedoch das am häufigsten eingesetzte Zahlungsmittel, dessen Nutzung auch in Zukunft gewünscht wird.
Bargeldlos im Vormarsch
Eine aktuelle Studie der Deutschen Bundesbank zum Zahlungsverhalten in Deutschland zeigt einen markanten Wandel: Erstmals wird mehr als die Hälfte der täglichen Einkäufe bargeldlos abgewickelt.
Trotz dieses Trends bleibt Bargeld das am häufigsten eingesetzte Zahlungsmittel.
Die Debitkarte, insbesondere die Girocard, ist mit 90 Prozent Besitzquote die meistverbreitete Karte und hat den höchsten Anteil am Umsatz.
Mobile Bezahlverfahren gewinnen ebenfalls rasant an Bedeutung; Apple Pay ist das führende Verfahren an der Ladenkasse, während PayPal von 77 Prozent der Internetnutzer für Online-Zahlungen verwendet wird.
Die Studie basiert auf einer Befragung von 6.070 Personen und einem Zahlungstagebuch mit 18.497 Transaktionen im Wert von rund 822.538 Euro, durchgeführt zwischen September und Dezember 2025.
Der Wunsch nach Bargeld bleibt
Trotz des Vormarsches bargeldloser Optionen äußern die Befragten einen starken Wunsch, auch in Zukunft Bargeld nutzen zu können.
Im Durchschnitt führen die Deutschen 98 Euro Bargeld mit sich, und nur vier Prozent verzichten gänzlich darauf.
Allerdings wird der Zugang zu Bargeld zunehmend schwieriger, und die Akzeptanz ist in einigen Bereichen eingeschränkt.
Obwohl bargeldlose Zahlungsmittel häufiger akzeptiert werden als bei der letzten Umfrage, ist ihre Akzeptanz immer noch deutlich geringer als die von Bargeld.
Dies führt bei vielen Befragten zu Unzufriedenheit.
Die Studie hebt zudem ein hohes Vertrauen in heimische Finanzinstitute hervor und einen klaren Wunsch nach mehr europäischer Autonomie im Zahlungsverkehr.
Spagat zwischen Tradition und Fortschritt
Die Ergebnisse der Bundesbank-Studie offenbaren einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Spagat: Die Deutschen schätzen die Bequemlichkeit digitaler Zahlungen, halten aber gleichzeitig an Bargeld als Symbol für Sicherheit und Kontrolle fest.
Dieser Wunsch nach beidem stellt Finanzinstitute und Politik vor die Herausforderung, Innovation voranzutreiben, ohne die Wahlfreiheit einzuschränken.
Eine ausgewogene Strategie ist entscheidend, um Vertrauen zu erhalten und niemanden im Zahlungsverkehr abzuhängen.