EZB-Rat fasst Beschlüsse zu Markt, Klima und Digitalem Euro
Der EZB-Rat hat im Januar und Februar 2026 eine Reihe von Beschlüssen gefasst, die von der Unterstützung der Zentralbankunabhängigkeit bis zur Erweiterung der Eurosystem Repo Facility reichen. Auch neue Regeln für DLT-Sicherheiten und der Klima- und Umweltplan wurden verabschiedet.
Operative Anpassungen für Markt und Sicherheiten
Der EZB-Rat hat im Januar und Februar 2026 wichtige operative Anpassungen im geldpolitischen Handlungsrahmen beschlossen.
Ab dem 30. März 2026 werden marktfähige Vermögenswerte, die mittels Distributed-Ledger-Technologie (DLT) begeben werden, als Sicherheiten für Eurosystem-Kreditgeschäfte zugelassen.
Dies ist Teil umfassenderer Änderungen an den Rechtsakten, die am 22. Januar verabschiedet wurden.
Bereits im Dezember 2025 wurde die Verzinsung von Überschussreserven vereinfacht: Sie werden künftig jederzeit zum Einlagesatz verzinst, unabhängig davon, ob dieser negativ ist.
Die Umsetzung ist bis Ende des ersten Halbjahres 2026 geplant.
Des Weiteren wurde am 14. Februar die Eurosystem Repo Facility for Central Banks (EUREP) erweitert, um unbefristeten Zugang und eine größere geografische Reichweite für Notfall-Liquidität außerhalb des Euroraums zu gewährleisten und die Geldpolitiktransmission zu unterstützen.
Klima, Digitaler Euro und Finanzstabilität im Fokus
Die EZB hat ihren Klima- und Umweltplan nach 2025 weiterentwickelt, um klima- und naturbezogene Risiken stärker in ihre Kernbereiche zu integrieren.
Die Arbeit konzentriert sich auf den Übergang zu einer ökologischen Wirtschaft, die Bewältigung physischer Klimafolgen und die Auswirkungen umweltbezogener Risiken.
Im Bereich des digitalen Euro wurde eine Kooperationsvereinbarung mit der ONCE Foundation geschlossen, um einen universellen Zugang zur App für alle Nutzer, einschließlich Menschen mit Behinderung und ältere Personen, sicherzustellen.
Zudem nahm der EZB-Rat zwei gemeinsame Berichte des ESRB und der EZB zur Kenntnis, die sich mit Finanzstabilitätsrisiken durch geoökonomische Fragmentierung und Verflechtungen zwischen Banken und Nichtbanken-Finanzinstituten befassen und zentrale Transmissionskanäle identifizieren.
Breite Agenda, wenig Überraschungen
Die Vielzahl der Beschlüsse unterstreicht die breite Agenda der EZB jenseits der Zinspolitik, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Finanzstabilität.
Viele der Punkte sind jedoch operative Aktualisierungen oder die Kenntnisnahme von Berichten, die keine unmittelbaren neuen geldpolitischen Signale senden.
Die fortlaufende Anpassung des Rahmens zeigt die Notwendigkeit, auf neue Herausforderungen wie DLT und Klimarisiken zu reagieren, ohne dabei die Kernaufgaben zu vernachlässigen.
Quelle: Beschlüsse des EZB-Rats (ohne Zinsbeschlüsse)
IN: