Energiepreis-Schock bremst deutsche Konjunktur
Der Krieg im Nahen Osten verzögert die Erholung der deutschen Wirtschaft. Die Bundesbank prognostiziert dennoch eine Belebung bis 2028, gestützt durch sinkende Energiepreise und Fiskalimpulse.
Fiskalpolitik federt Energiepreis-Schock ab
Der Konflikt im Nahen Osten belastet die deutsche Wirtschaft und unterbricht die im Winterhalbjahr begonnene Erholung.
Bundesbankpräsident Joachim Nagel betonte jedoch: "In unserem Prognosezeitraum bis 2028 gewinnt die Konjunktur wieder an Fahrt.
" Die Erholung wird durch wieder sinkende Energiepreise, eine anziehende Weltwirtschaft und insbesondere kräftige Impulse der Fiskalpolitik gestützt.
Im Sommerhalbjahr verhindert die expansive Fiskalpolitik einen Rückgang der Wirtschaftsleistung, indem sie die Folgen des Krieges im Nahen Osten ausgleicht.
"Die stark gestiegenen Energiepreise dämpfen die Kaufkraft der privaten Haushalte und ihre Konsumausgaben," so Nagel.
Neben teurer Energie belasten Lieferengpässe und eine schwächere Nachfrage die Unternehmen.
Hohe Unsicherheit und gestiegene Zinsen bremsen zudem private Investitionen.
Die Auswirkungen des Krieges sollen im Prognosezeitraum abnehmen, da von sinkenden Ölpreisen ausgegangen wird.
Inflation steigt, Kapazitäten werden ausgelastet
Die Bundesbank-Fachleute erwarten für das kalenderbereinigte reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein Wachstum von 0,5 Prozent im laufenden Jahr und 0,8 Prozent im Jahr 2027.
Für 2028 wird eine Beschleunigung auf 1,4 Prozent prognostiziert.
"Die gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten werden allmählich wieder besser ausgelastet," sagte Nagel.
Strukturelle Hemmnisse wie demografischer Druck auf das Fachkräfteangebot und Lohnnebenkosten dämpfen jedoch das Potenzialwachstum, das auf 0,3 bis 0,4 Prozent pro Jahr geschätzt wird.
Die Inflationsrisiken haben zugenommen: "Der Energiepreis-Schock treibt die Teuerung nach oben," so Nagel.
Die HVPI-Inflationsrate steigt 2026 auf 2,9 Prozent, geht 2027 nur leicht auf 2,7 Prozent zurück und erreicht erst 2028 1,9 Prozent.
Die Kerninflation bleibt mit 2,3 Prozent auch 2028 vergleichsweise hoch.
Nagel hob die "besonders hohe Unsicherheit" der Prognose hervor.