Deutschlands Direktinvestitionen steigen leicht auf 1,75 Bio. Euro
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Deutschlands Di­rek­t­in­ves­ti­ti­o­nen steigen leicht auf 1,75 Bio. Euro

Die deutschen Direktinvestitionsbestände im Ausland erhöhten sich Ende 2024 nur geringfügig auf 1,75 Billionen Euro. Gleichzeitig stiegen die ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland leicht auf 1,03 Billionen Euro.

Investitionen: Europa führt, China schwächelt

Zum Jahresende 2024 stiegen die deutschen Direktinvestitionsbestände in direkten ausländischen Investitionsobjekten (Immediate Host Economy, IHE) gegenüber Ende 2023 leicht von 1.727 Mrd. € auf 1.750 Mrd. €.

Der größte Anteil entfiel mit 1.884 Mrd. € auf Beteiligungskapital.

Eine konsolidierte Sicht (Ultimate Host Economy, UHE), die durch ausländische Holdinggesellschaften blickt, zeigte deutsche Direktinvestitionen im Ausland von 1.689 Mrd. €.

Regional betrachtet verblieb die Hälfte der deutschen Direktinvestitionen (857 Mrd. €) in Europa, davon 645 Mrd. € in EU-Ländern.

Amerika folgte mit 560 Mrd. € (ein Drittel der Bestände), wobei allein in den USA über 460 Mrd. € investiert wurden.

Asien lag mit 234 Mrd. € und 14 Prozent der deutschen Direktinvestitionen auf Platz drei.

Bemerkenswert ist der Rückgang der deutschen Direktinvestitionen in China von 115 Mrd. € im Jahr 2023 auf 110 Mrd. € im Jahr 2024 – der zweite Rückgang in Folge nach über zehnjährigem Anstieg.

Die konsolidierten deutschen Direktinvestitionen entfielen hauptsächlich auf das Verarbeitende Gewerbe (587 Mrd. €) sowie Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (439 Mrd. €).

Ausländische Investitionen: USA als größter Geber

Auch die ausländischen Direktinvestitionen im Inland (Immediate Investing Economy, IIE) verzeichneten nur einen leichten Anstieg um 2 Prozent gegenüber Ende 2023, von 1.018 Mrd. € auf 1.034 Mrd. €.

Davon stammten 828 Mrd. € aus Beteiligungskapital und 205 Mrd. € aus dem Saldo der ausländischen Kredite.

Eine konsolidierte Sicht (Ultimate Investing Economy, UIE), die zum Sitzland der Konzernspitze folgt, ergab einen ausländischen Direktinvestitionsbestand von 739 Mrd. €.

Bedeutendster Kapitalgeber war in dieser Betrachtung die USA, während Bestände aus den Niederlanden und Luxemburg sich mehr als halbierten.

Der Anteil europäischer Länder an den ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland war mit 471 Mrd. € und 64 Prozent der Gesamtbestände noch bedeutsamer als bei den deutschen Direktinvestitionen im Ausland; auf die EU allein entfielen davon 355 Mrd. €.

Amerikas Direktinvestitionsbestände in Deutschland betrugen 177 Mrd. €, davon kamen 167 Mrd. € aus den USA.

Asien lag mit einem Anteil von 12 Prozent (86 Mrd. €) auf Platz drei, wobei auf China 10 Mrd. € entfielen.

Im Inland entfielen die konsolidierten ausländischen Direktinvestitionen hauptsächlich auf Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (263 Mrd. €) sowie das Verarbeitende Gewerbe (169 Mrd. €).

Transparenz über Holding-Strukturen

Die Bundesbank-Analyse unterstreicht die Notwendigkeit, über direkte Investitionsobjekte hinauszublicken, um das tatsächliche Anlageinteresse zu erkennen.

Die Verschiebung der Länderbedeutung in der UIE-Betrachtung liefert wertvolle Einblicke in die globalen Kapitalströme.

Insbesondere der Rückgang deutscher Investitionen in China könnte ein Signal für eine Neuausrichtung der globalen Lieferketten und Investitionsstrategien sein.