EZB-Umfrage: Inflation und Zinsen steigen in Erwartungen
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EZB-Umfrage: Inflation und Zinsen steigen in Erwartungen

Die EZB-Umfrage zu den Verbrauchererwartungen im März 2026 zeigt einen deutlichen Anstieg der Inflationserwartungen für die kommenden zwölf Monate auf 4,0 Prozent. Auch die Erwartungen für Hypothekenzinsen und Ausgaben stiegen, während die Wirtschaftsaussichten sich eintrübten.

In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen springen deutlich an

Die von den Verbraucherinnen und Verbrauchern wahrgenommene Inflation stieg im März auf 3,5 Prozent, nach 3,0 Prozent im Februar.

Die Inflationserwartungen für die kommenden zwölf Monate erhöhten sich von 2,5 Prozent auf 4,0 Prozent, während die Erwartungen für die Inflation in drei Jahren von 2,5 Prozent auf 3,0 Prozent stiegen.

Auch die Fünf-Jahres-Erwartungen zogen leicht von 2,3 Prozent auf 2,4 Prozent an.

Die Unsicherheit bezüglich der kurzfristigen Inflationserwartungen nahm im März zu.

Verbraucher in unteren Einkommensquintilen berichteten weiterhin von etwas höheren Inflationswahrnehmungen und -erwartungen als jene in den oberen Quintilen, ein Trend, der seit 2023 beobachtet wird.

Alle Einkommensgruppen meldeten im März eine erhöhte Inflationswahrnehmung und höhere Erwartungen für die Inflation in einem Jahr.

Bei jüngeren Befragten (18-34 Jahre) waren die Inflationswahrnehmung und -erwartungen weiterhin geringer als bei älteren Altersgruppen (35-54 und 55-70 Jahre).

Wirt­schafts­aus­sich­ten trüben sich ein

Die Erwartungen zum Wachstum der nominalen Einkommen in den kommenden zwölf Monaten blieben im März unverändert bei 1,2 Prozent.

Die Erwartungen für das Wachstum der nominalen Ausgaben stiegen jedoch von 3,5 Prozent auf 4,1 Prozent und erreichten damit das höchste Niveau seit März 2023.

Die Erwartungen zum Wirtschaftswachstum in den kommenden zwölf Monaten fielen stärker negativ aus, von -0,9 Prozent im Februar auf -2,1 Prozent im März.

Gleichzeitig stiegen die Erwartungen zur Arbeitslosenquote in zwölf Monaten von 10,8 Prozent auf 11,3 Prozent.

Die Verbraucher rechneten zudem mit einem Anstieg der Immobilienpreise um 3,7 Prozent (nach 3,6 Prozent im Februar) und der Hypothekenzinsen auf 4,9 Prozent (nach 4,7 Prozent).

Der Nettoanteil der Haushalte, die von einer Verschärfung des Kreditzugangs berichteten, erreichte im März den höchsten Stand seit April 2024, und die Erwartungen für einen schwierigeren Zugang stiegen auf den höchsten Stand seit Januar 2024.

Ein Warnsignal für die EZB

Der deutliche Anstieg der kurz- und mittelfristigen Inflationserwartungen der Verbraucher ist ein klares Warnsignal für die Europäische Zentralbank.

Diese Entwicklung könnte die Glaubwürdigkeit der EZB im Kampf gegen die Inflation untergraben und den Spielraum für baldige Zinssenkungen erheblich einschränken.

Die breite Streuung der erhöhten Erwartungen über alle Einkommensgruppen hinweg deutet zudem auf eine verfestigte Inflationsmentalität hin, die schwer zu brechen sein dürfte.