Geldmengenwachstum im Euroraum verlangsamt sich im Dezember
Das Wachstum der weit gefassten Geldmenge M3 im Euroraum verringerte sich im Dezember 2025 auf 2,8 Prozent nach 3,0 Prozent im Vormonat. Auch das enger gefasste Aggregat M1 sank von 5,0 auf 4,7 Prozent.
M3 und M1 verlieren an Dynamik
Die Jahreswachstumsrate des weit gefassten Geldmengenaggregats M3 im Euroraum verringerte sich im Dezember 2025 auf 2,8 Prozent, nach 3,0 Prozent im November.
Über die drei Monate bis Dezember betrug das Wachstum durchschnittlich 2,9 Prozent.
Dies deutet auf eine fortgesetzte Abschwächung der Geldmengenexpansion hin.
Das enger gefasste Geldmengenaggregat M1, das den Bargeldumlauf und die täglich fälligen Einlagen umfasst, sank ebenfalls von 5,0 Prozent im November auf 4,7 Prozent im Dezember.
Diese Entwicklung bei M1 ist besonders relevant, da sie die Liquidität im Wirtschaftssystem und die kurzfristigen Konsum- und Investitionsabsichten widerspiegelt.
Der Beitrag von M1 zum gesamten M3-Wachstum reduzierte sich entsprechend von 3,2 auf 3,0 Prozentpunkte, was die nachlassende Dynamik in den liquidesten Geldkomponenten unterstreicht.
Die sonstigen kurzfristigen Einlagen (M2 - M1) zeigten eine Jahresänderungsrate von -0,4 Prozent im Dezember, eine leichte Verbesserung gegenüber -0,8 Prozent im November, während marktfähige Finanzinstrumente (M3 - M2) von 1,5 Prozent auf -1,0 Prozent zurückgingen.
Kreditwachstum an Unternehmen und Haushalte
Die bereinigten Buchkredite an private Haushalte stiegen im Dezember leicht auf 3,0 Prozent (November: 2,9 Prozent).
Im Gegensatz dazu verringerte sich das Wachstum der bereinigten Buchkredite an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften auf 3,0 Prozent (November: 3,1 Prozent).
Die gesamten Forderungen an Nicht-MFIs im Euroraum sanken im Dezember 2025 auf 2,3 Prozent, nach 2,6 Prozent im Vormonat.
Einlagen privater Haushalte wuchsen mit 3,0 Prozent, während die Einlagen nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften von 3,5 auf 3,4 Prozent sanken.
Auffällig ist der deutliche Anstieg der Einlagen von Investmentfonds (ohne Geldmarktfonds) von 0,4 auf 4,3 Prozent.
Geldmengen-Dämpfer für die EZB
Die anhaltende Verlangsamung des Geldmengenwachstums könnte die EZB in ihrer restriktiven Haltung bestärken, da sie auf eine nachlassende Inflationsdynamik hindeutet.
Gleichzeitig zeigt die divergierende Kreditentwicklung, dass die Effekte der Geldpolitik nicht homogen wirken.
Für die Wirtschaft bedeutet dies eine vorsichtige Entwicklung, die weitere geldpolitische Entscheidungen der EZB beeinflussen wird.
Quelle: Geldmengenentwicklung im Euroraum: Dezember 2025
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