EZB belässt Leitzinsen unverändert – Inflationsprognose erhöht
Der EZB-Rat hat die drei Leitzinssätze unverändert gelassen. Gleichzeitig wurden die Inflationsprognosen für 2026 und 2027 aufgrund des Nahost-Krieges nach oben revidiert.
Leitzinsen stabil trotz Inflationsrisiken
Der EZB-Rat hat seine drei Leitzinssätze unverändert gelassen, um die mittelfristige Inflation bei 2 Prozent zu stabilisieren.
Der Krieg im Nahen Osten führt zu deutlich unsichereren Aussichten, mit Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum.
Kurzfristig werden höhere Energiepreise die Inflation erheblich beeinflussen.
Die neuen Projektionen der EZB-Fachleute sehen eine Gesamtinflation von durchschnittlich 2,6 Prozent für 2026, 2,0 Prozent für 2027 und 2,1 Prozent für 2028.
Dies ist eine Aufwärtsrevision gegenüber Dezember, primär wegen höherer Energiepreise.
Die Kerninflation wird für 2026 mit 2,3 Prozent, für 2027 mit 2,2 Prozent und für 2028 mit 2,1 Prozent prognostiziert, ebenfalls höher als zuvor.
Wachstumsprognosen gesenkt, datengestützter Kurs
Die EZB-Fachleute erwarten ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 0,9 Prozent für 2026, 1,3 Prozent für 2027 und 1,4 Prozent für 2028.
Diese Prognosen wurden insbesondere für 2026 nach unten korrigiert, was die globalen Auswirkungen des Nahost-Krieges auf Rohstoffmärkte, Realeinkommen und Vertrauen widerspiegelt.
Trotzdem stützen niedrige Arbeitslosigkeit und solide Bilanzen im privaten Sektor das Wachstum weiterhin.
Der EZB-Rat wird einen datengestützten Ansatz verfolgen und seine Zinsbeschlüsse von Sitzung zu Sitzung auf Basis der Inflationsaussichten und Wirtschaftsdaten treffen.
Ein fester Zinspfad wird nicht festgelegt.
Warten auf klare Signale
Die EZB hält die Zinsen stabil, doch die revidierten Projektionen zeigen eine Verschlechterung der Inflations- und Wachstumsaussichten.
Dies unterstreicht die anhaltende Unsicherheit durch externe Schocks und die Notwendigkeit eines flexiblen geldpolitischen Kurses.
Für die Märkte bedeutet der datengestützte Ansatz eine fortgesetzte Beobachtung der Wirtschaftsdaten, ohne feste Zusagen für zukünftige Schritte.
Quelle: Geldpolitische Beschlüsse vom 19. März 2026
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