Kreditkosten für Haushalte im Euroraum ziehen an
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Kreditkosten für Haushalte im Euroraum ziehen an

Die MFI-Zinsstatistik für April 2026 zeigt steigende Kreditkosten für private Haushalte. Wohnungsbaukredite verteuerten sich um 9 Basispunkte auf 3,44 Prozent, Konsumentenkredite um 13 Basispunkte auf 7,59 Prozent. Die Zinsen für Unternehmenskredite blieben hingegen weitgehend stabil.

Haushaltskredite und Einlagen legen zu

Im April 2026 verzeichnete der gewichtete Indikator der Kreditfinanzierungskosten für Wohnungsbaukredite an private Haushalte einen Anstieg um 9 Basispunkte auf 3,44 Prozent.

Innerhalb dieser Kategorie erhöhten sich die Zinssätze für Wohnungsbaukredite mit variabler Verzinsung oder einer anfänglichen Zinsbindung von bis zu einem Jahr um 6 Basispunkte auf 3,56 Prozent.

Kredite mit einer Zinsbindung von mehr als einem Jahr bis zu fünf Jahren stiegen um 8 Basispunkte auf 3,43 Prozent, während jene mit einer Zinsbindung von mehr als fünf bis zu zehn Jahren um 9 Basispunkte auf 3,61 Prozent zulegten.

Auch Konsumentenkredite an private Haushalte verteuerten sich deutlich um 13 Basispunkte auf 7,59 Prozent.

Bei den Einlagen privater Haushalte stieg der gewichtete Zinssatz für neue Einlagen mit vereinbarter Laufzeit um 5 Basispunkte auf 1,91 Prozent, während täglich fällige Einlagen unverändert bei 0,26 Prozent lagen.

Einlagen mit einer vereinbarten Laufzeit von bis zu einem Jahr erhöhten sich um 5 Basispunkte auf 1,87 Prozent.

Un­ter­neh­mens­kre­di­te stabil, Einlagen steigen leicht

Der gewichtete Indikator der Kreditfinanzierungskosten für neue Kredite an Unternehmen blieb im April 2026 mit 3,62 Prozent weitgehend unverändert.

Auch der Zinssatz für neue Kredite von über 1 Million Euro mit variabler Verzinsung oder kurzer Zinsbindung veränderte sich kaum und lag bei 3,31 Prozent.

Eine Ausnahme bildeten Kredite derselben Größenordnung mit einer anfänglichen Zinsbindung von mehr als drei Monaten und bis zu einem Jahr, die um 11 Basispunkte auf 3,50 Prozent sanken.

Hingegen stieg der Zinssatz für Kredite von über 1 Million Euro mit einer Zinsbindung von mehr als zehn Jahren um 9 Basispunkte auf 3,74 Prozent.

Bei kleineren Krediten bis 250.000 Euro erhöhte sich der durchschnittliche Zinssatz um 6 Basispunkte auf 3,70 Prozent.

Die Verzinsung neu hereingenommener Einlagen von Unternehmen mit vereinbarter Laufzeit stieg um 4 Basispunkte auf 2,00 Prozent, während täglich fällige Einlagen mit 0,53 Prozent nahezu konstant blieben.

Zinswende für Haushalte spürbar

Die aktuelle Statistik deutet auf eine spürbare Divergenz in der Zinsentwicklung hin: Während Unternehmen von weitgehend stabilen Kreditkonditionen profitieren, sehen sich private Haushalte mit steigenden Finanzierungskosten konfrontiert.

Dies könnte die Konsum- und Investitionsbereitschaft der Haushalte weiter dämpfen und die wirtschaftliche Erholung belasten.

Die EZB wird diese unterschiedlichen Transmissionskanäle genau beobachten müssen, um die Effektivität ihrer Geldpolitik zu gewährleisten.

Quelle: MFI-Zinsstatistik für den Euroraum: April 2026

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