EZB Wage Tracker: Lohndruck bei Tarifverdiensten lässt 2026 nach
Der aktualisierte Wage Tracker der EZB deutet weiterhin auf einen nachlassenden Lohndruck bei den Tarifverdiensten im Jahr 2026 hin. Das Wachstum der Tariflöhne wird sich voraussichtlich bei rund 2,6 Prozent stabilisieren.
Nachlassende Lohndynamik in Zahlen
Der Wage Tracker der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigt für 2025 einen Anstieg der Tariflöhne von 3,2 Prozent (geglättet) und für 2026 von 2,3 Prozent.
Gegenüber der Februar-Veröffentlichung wurde der geglättete Wage Tracker für 2026 um 0,1 Prozentpunkte nach unten revidiert.
Werden Einmalzahlungen ungeglättet berücksichtigt, liegt das Wachstum der Tarifverdienste für 2025 bei 3,0 Prozent und für 2026 bei 2,6 Prozent, ebenfalls eine Abwärtsrevision um 0,1 Prozentpunkte für 2026.
Der Indikator ohne Einmalzahlungen prognostiziert eine Abschwächung von 3,9 Prozent im Jahr 2025 auf 2,6 Prozent im Jahr 2026, ebenfalls eine Revision um 0,1 Prozentpunkte nach unten.
Diese Zahlen basieren auf einer Abdeckung von 50,7 Prozent der Beschäftigten in den teilnehmenden Ländern für 2025 und 39,7 Prozent für 2026.
Statistische Effekte und Ausblick
Der Hauptindikator des Wage Trackers, der geglättete Einmalzahlungen berücksichtigt, zeigt für 2026 einen Anstieg der Werte im Jahresverlauf.
Diese Zunahme ist jedoch primär auf statistische Effekte aus der Verteilung vorangegangener Einmalzahlungen zurückzuführen und signalisiert keinen neuen Lohndruck.
Der zukunftsgerichtete Zeithorizont des Wage Trackers reicht bis Dezember 2026; eine Ausweitung auf das erste Quartal 2027 ist mit der Juli-Veröffentlichung 2026 geplant.
Die EZB betont, dass der Wage Tracker keine Prognose darstellt und Revisionen unterliegen kann.
Zum Vergleich: Die gesamtwirtschaftlichen Projektionen der EZB vom März 2026 beziffern die jährliche Wachstumsrate des Arbeitnehmerentgelts je Arbeitnehmer für 2026 auf 3,4 Prozent.