Leitzinsen unverändert belassen – Inflationsprognose erhöht
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Leitzinsen unverändert belassen – Inflationsprognose erhöht

Der EZB-Rat hat die drei Leitzinssätze unverändert belassen. Die Inflationsprognosen für 2026 wurden aufgrund des Nahost-Krieges nach oben korrigiert, während die Wachstumsaussichten sich eintrübten.

Unsicherheit im Nahen Osten prägt EZB-Entscheidung

Der EZB-Rat hat beschlossen, die drei Leitzinssätze unverändert zu belassen.

Präsidentin Christine Lagarde und Vizepräsident Luis de Guindos betonten die Unsicherheit durch den Krieg im Nahen Osten, der Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum birgt.

Die neuen EZB-Projektionen, die Daten bis zum 11. März berücksichtigen, erwarten eine durchschnittliche Gesamtinflation von 2,6 Prozent für 2026, 2,0 Prozent für 2027 und 2,1 Prozent für 2028.

Dies ist eine Aufwärtsrevision gegenüber Dezember, primär wegen höherer Energiepreise.

Die Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel wird für 2026 bei 2,3 Prozent gesehen.

Das Wirtschaftswachstum wurde für 2026 auf 0,9 Prozent nach unten korrigiert, was die globalen Auswirkungen des Krieges auf Rohstoffmärkte und Vertrauen widerspiegelt.

Die EZB bleibt datenabhängig und legt sich nicht im Voraus auf einen Zinspfad fest.

Wirtschaft wächst, Inflation bleibt hartnäckig

Die Wirtschaft des Euroraums wuchs im vierten Quartal 2025 um 0,2 Prozent, gestützt durch die Binnennachfrage und höhere private Ausgaben.

Die Arbeitslosigkeit verharrt nahe historischer Tiefstände.

Die Inflation stieg im Februar auf 1,9 Prozent, die Kerninflation auf 2,4 Prozent.

Indikatoren der zugrunde liegenden Inflation sind stabil und im Einklang mit dem 2-Prozent-Ziel.

Das Lohnwachstum schwächte sich auf 3,7 Prozent ab.

Der Krieg im Nahen Osten verschärfte die globalen Finanzierungsbedingungen und ließ die Marktzinsen im Euroraum merklich ansteigen.

Geduld ist die neue Tugend

Die EZB zeigt sich angesichts der geopolitischen Unsicherheiten und der revidierten Inflationsprognosen vorsichtig.

Die Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen, spiegelt die Notwendigkeit wider, die Datenlage genau zu beobachten, bevor weitere Schritte unternommen werden.

Dies signalisiert eine Phase der Zurückhaltung, in der die EZB die Entwicklungen im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft abwarten wird.