EZB belässt Leitzinsen stabil und begrüßt Bulgarien im Euroraum
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EZB belässt Leitzinsen stabil und begrüßt Bulgarien im Euroraum

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre drei Leitzinssätze unverändert belassen. Zuvor begrüßten Präsidentin Lagarde und Vizepräsident de Guindos Bulgarien als neues Mitglied im Euroraum.

Stabile Zinsen trotz Unsicherheit

Der EZB-Rat hat seine drei Leitzinssätze unverändert belassen.

Präsidentin Christine Lagarde betonte, dass die aktualisierte Beurteilung eine mittelfristige Stabilisierung der Inflation bei 2 Prozent bestätigt.

Die Wirtschaft zeige sich trotz schwierigem globalen Umfeld robust, gestützt durch niedrige Arbeitslosigkeit, solide Bilanzen im privaten Sektor und öffentliche Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur.

Zugleich sei der Ausblick von Unsicherheit geprägt, insbesondere durch globale handelspolitische Unsicherheiten und geopolitische Spannungen.

Die EZB werde ihre Zinsbeschlüsse von Sitzung zu Sitzung datenabhängig treffen und lege sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest.

Wachstumsimpulse und Preisdynamik

Die Wirtschaft des Euroraums wuchs im vierten Quartal 2025 um 0,3 Prozent, primär getragen vom Dienstleistungssektor.

Das verarbeitende Gewerbe erwies sich als robust, während das Baugewerbe durch öffentliche Investitionen zulegte.

Der Arbeitsmarkt stützt die Einkommen, mit einer Arbeitslosigkeit von 6,2 Prozent im Dezember.

Die Inflation verringerte sich im Januar auf 1,7 Prozent, nach 2,0 Prozent im Dezember.

Energiepreise trugen erstmals seit Monaten positiv bei (+1,3 Prozent), während die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel auf 2,2 Prozent sank.

Die zugrunde liegenden Inflationsindikatoren bleiben mit dem 2-Prozent-Ziel im Einklang.

Warten auf den nächsten Schritt

Die EZB-Entscheidung, die Zinsen stabil zu halten, war weithin erwartet und spiegelt eine vorsichtige Haltung wider.

Die detaillierte Begründung unterstreicht die anhaltende Unsicherheit im globalen Umfeld, trotz robuster Wirtschaftsdaten.

Der klare Appell an die Regierungen für Strukturreformen und Kapitalmarktintegration zeigt, dass die EZB die Last nicht allein tragen will.