Euroraum-Unternehmen spüren höhere Zinsen und strengere Kreditbedingungen
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Euroraum-Unternehmen spüren höhere Zinsen und strengere Kreditbedingungen

Unternehmen im Euroraum sahen sich im vierten Quartal 2025 mit einer Verschärfung der Kreditvergabebedingungen konfrontiert, darunter höhere Zinsen und strengere Konditionen. Gleichzeitig stieg der Finanzierungsbedarf leicht, während die Verfügbarkeit von Mitteln abnahm, was zu einer größeren Finanzierungslücke führte.

Zinsen und Gebühren steigen, Lücke wächst

In der jüngsten Umfrage über den Zugang von Unternehmen im Euroraum zu Finanzmitteln (SAFE) für das vierte Quartal 2025 meldeten Unternehmen per saldo einen Anstieg der Zinssätze für Bankkredite um 12 Prozentpunkte, nach 2 Prozent im Vorquartal.

Auch die sonstigen Finanzierungskosten wie Entgelte und Gebühren stiegen per saldo um 28 Prozentpunkte.

Die Sicherheitenanforderungen erhöhten sich ebenfalls per saldo um 14 Prozentpunkte.

Gleichzeitig stieg der Bedarf an Bankkrediten geringfügig um 3 Prozentpunkte, während die wahrgenommene Verfügbarkeit um 2 Prozentpunkte sank.

Dies führte zu einer Vergrößerung der Finanzierungslücke auf per saldo 3 Prozentpunkte.

Inflationsrisiken bleiben, KI-Nutzung moderat

Die Inflationserwartungen der Unternehmen blieben für alle Zeithorizonte weitgehend unverändert.

Der Median für die jährliche Inflation in einem Jahr lag bei 2,6 Prozent, für drei und fünf Jahre bei 3,0 Prozent.

Eine Mehrheit von 56 Prozent der Unternehmen sah weiterhin Aufwärtsrisiken für die langfristigen Inflationsaussichten.

Beim Lohnwachstum rechneten die Firmen mit 3,1 Prozent.

Die Umfrage zeigte zudem, dass 27 Prozent der Unternehmen im Euroraum keine KI einsetzen, 33 Prozent sie sehr selten und 31 Prozent moderat nutzen.

Nur 7 Prozent nutzen KI in erheblichem Umfang, wobei KMUs häufiger keine KI verwenden als Großunternehmen.

Druck auf Unternehmen hält an

Die Umfrage bestätigt den anhaltenden Druck auf die Unternehmensfinanzierung im Euroraum, der trotz rückläufiger Gesamtinflation spürbar bleibt.

Die steigenden Finanzierungskosten könnten Investitionen weiter bremsen und die Konjunkturerholung erschweren.

Die Stabilität der Inflationserwartungen bei gleichzeitig hohen Lohnforderungen stellt die EZB vor eine anhaltende Herausforderung.