Tarifverdienste steigen im ersten Quartal 2027 um 2,7 Prozent
BBK Press

Tarifverdienste steigen im ersten Quartal 2027 um 2,7 Prozent

Der Wage Tracker der Europäischen Zentralbank deutet für 2026 und das erste Quartal 2027 auf einen weiterhin stabilen Lohndruck im Euroraum hin. Bei geglätteten Einmalzahlungen beläuft sich der Anstieg der Tarifverdienste im Jahr 2026 auf 2,3 Prozent und steigt bis März 2027 auf 2,7 Prozent.

Glättung dämpft Ausschläge im Jahresverlauf

Der Hauptindikator mit geglätteten Einmalzahlungen zeigt für das laufende Jahr 2026 einen stufenweisen Anstieg der Tarifverdienste von 1,8 Prozent im ersten Quartal über 2,1 Prozent im zweiten bis hin zu jeweils 2,6 Prozent im dritten und vierten Quartal.

Dieser Verlauf erklärt sich durch das Auslaufen eines mechanischen Basiseffekts aus den hohen Sonderzahlungen des Jahres 2024.

Im ersten Quartal 2027 erreicht der geglättete Wert schließlich 2,7 Prozent bei einer Abdeckung von 28,4 Prozent der Beschäftigten.

Ohne Glättung sowie beim Indikator ohne Einmalzahlungen liegt das Wachstum im Jahr 2026 konstant bei rund 2,6 Prozent und steigt Anfang 2027 ebenfalls auf 2,7 Prozent an.

Die Daten berücksichtigen alle Tarifabschlüsse bis Anfang Juli 2026.

Vier Indikatoren für neun Länder

Die EZB betont, dass die zukunftsgerichtete Komponente des Wage Trackers keine volkwirtschaftliche Prognose darstellt, sondern lediglich aktuell vereinbarte Tarifverträge abbildet.

Erfasst werden hochgranulare Daten aus neun Euroraum-Ländern, darunter Deutschland, Frankreich und Italien.

Da der Erfassungsgrad zum Jahresanfang 2027 auf 28,4 Prozent sinkt, sind spätere Datenrevisionen wahrscheinlich.

Das Eurosystem prognostizierte in seinen Juni-Projektionen für 2026 ein gesamtwirtschaftliches Lohnwachstum je Arbeitnehmer von 3,2 Prozent.

Kein Entwarnungssignal für Währungshüter

Die Daten signalisieren eine Stabilisierung, bieten aber noch kein grünes Licht für rasche Zinsentscheidungen.

Die schrumpfende Datenbasis für 2027 macht den Indikator anfällig für Korrekturen.

Für Währungshüter bleibt der Lohndruck damit ein Unsicherheitsfaktor, der zur Vorsicht mahnt.