BCRA und UIF präzisieren Regeln zu Steuer-Unschuldsgesetz
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BCRA und UIF präzisieren Regeln zu Steuer-Unschuldsgesetz

Die argentinische Zentralbank (BCRA) und die Finanzinformationsstelle (UIF) haben neue Richtlinien zum 'Gesetz der steuerlichen Unschuld' veröffentlicht. Finanzinstitute sollen bei Bargeld-Devisenhaltung einen risikobasierten Ansatz verfolgen und nicht automatisch Illegalität vermuten.

Makroökonomie trifft Geldwäsche-Prävention

Ein effektives System zur Prävention von Geldwäsche, Terrorismus- und Proliferationsfinanzierung muss die makroökonomische Realität eines Landes berücksichtigen.

Argentinien ist historisch von hoher Informalität, Instabilität, hoher Inflation, Devisenbeschränkungen und Misstrauen gegenüber dem traditionellen Finanzsystem geprägt.

Vor diesem Hintergrund wurde am 2. Januar 2026 das Gesetz 27.799 veröffentlicht.

Es führt wesentliche Änderungen im Steuersystem ein, indem es die wirtschaftlichen Schwellenwerte für Steuerhinterziehung deutlich anhebt und ein vereinfachtes Steuererklärungsregime schafft.

Zudem etabliert es das Prinzip der steuerlichen Unschuld, das Steuerkonformität vermutet, sofern nicht das Gegenteil bewiesen wird.

Die Finanzinformationsstelle (UIF) und die Zentralbank der Argentinischen Republik (BCRA) haben daraufhin Leitlinien für verpflichtete Finanzinstitute herausgegeben.

Diese betonen, dass der Besitz von Bargeld in Fremdwährung in einem solchen Umfeld ein ökonomisch rationales Verhalten darstellt und nicht per se ein Hinweis auf Illegalität ist.

Risikobasiert statt pauschal verdächtig

Die Geldwäsche-Vorschriften verbieten Bargeldeinlagen nicht, unabhängig von deren Höhe, und erfordern auch keine automatische Anforderung von Herkunftsinformationen unterhalb eines bestimmten Schwellenwerts (40 SMVM).

Die UIF und BCRA fordern Finanzinstitute auf, die Einhaltung des vereinfachten Steuererklärungsregimes als positiven Präzedenzfall in ihrer Risikoanalyse zu berücksichtigen.

Zusätzliche Dokumentation kann unnötig sein, wenn Herkunft und Verwendung von Geldern mit der deklarierten Aktivität und dem Kundenprofil übereinstimmen und der Betrag unterhalb der Schwelle für Steuerhinterziehung liegt.

Verpflichtete Einheiten müssen ihre Präventionssysteme anpassen, Risikomatrizen aktualisieren und die Kategorisierung von Kunden sowie die Verwaltung interner Warnmeldungen optimieren, um ungerechtfertigte Anforderungen zur Begründung von Geldern zu vermeiden.

Pragmatismus im Kampf gegen Schwarzgeld

Diese Leitlinien stellen einen pragmatischen Schritt dar, um die Realität der argentinischen Wirtschaft anzuerkennen und gleichzeitig die Integrität des Finanzsystems zu wahren.

Sie versuchen, die Bevölkerung zur Nutzung formaler Kanäle zu ermutigen, indem sie die pauschale Kriminalisierung von Bargeld-Devisenbesitz aufheben.

Die eigentliche Herausforderung wird sein, diesen pragmatischen Ansatz so umzusetzen, dass er echte Geldwäsche effektiv bekämpft, ohne die Finanzinklusion zu behindern.