Werning: Argentiniens Wirtschaft 'anti-fragil' nach Schocks
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Werning: Argentiniens Wirtschaft 'anti-fragil' nach Schocks

BCRA-Vizepräsident Vladimir Werning präsentierte die vierte Phase des Wirtschaftsprogramms. Er betonte, dass Argentinien zwei extreme Schocks überwunden hat und nun eine 'anti-fragile' Wirtschaft aufbaut.

Zwei Säuretests für die Wirtschaft

Argentinien hat sich als „anti-fragil“ erwiesen, indem es zwei extreme Schocks erfolgreich gemeistert hat, so BCRA-Vizepräsident Vladimir Werning.

Der erste „Säuretest“ war ein extremer Vertrauensschock im Inland im Jahr 2025 vor den Wahlen.

Dieser führte zu einer massiven Substitution der Lokalwährung durch Reservewährung und einem extremen Rückgang der Geldnachfrage (über 50 Prozent von M2).

Trotz dieser Dolarisierung, die die Fähigkeit der BCRA zum Devisenkauf verzögerte, wurden keine neuen Wechselkurskontrollen eingeführt.

Die Nachfrage nach USD-Ersparnissen fiel nach den Wahlen schnell und blieb im Inland.

Der zweite Test im Jahr 2026 war ein geopolitischer Schock, der den Finanzmarkt nicht störte.

Argentinien hob sich positiv von den meisten Schwellenländern ab und bewahrte die Finanzstabilität.

Dies wurde durch die Konsistenz der Fiskal- und Geldpolitik, die Flexibilität der Wechselkurspolitik und die Stärkung des externen Gleichgewichts ermöglicht.

Die Wirtschaft hat ihre Fähigkeit zur Schockabsorption unter Beweis gestellt.

Fiskalische Disziplin als Kernanker

Die Nachhaltigkeit des argentinischen Wirtschaftsprogramms basiert auf strukturellen Ankern.

Das sofortige Eliminieren des Fiskaldefizits setzt die Hauptgrenze für das Leistungsbilanzdefizit und dient als entscheidender Anker.

Ergänzend dazu ermöglicht die Wechselkursflexibilität eine Marktanpassung des realen Wechselkurses.

Anreize für Exportwachstum und -diversifizierung, etwa durch Steuersenkungen und rechtliche Stabilität in Schlüsselindustrien, sollen die externe Bilanz weiter stärken.

Für die Kapitalbilanz sind makroökonomische Stabilität, die Achtung von Eigentumsrechten und freier Währungswettbewerb entscheidend, um inländische Ersparnisse und die Repatriierung von US-Dollar zu fördern.

Das Programm übertrifft zudem konsequent die privaten Erwartungen, wie das Relevamiento de Expectativas de Mercado (REM) des BCRA zeigt, da die beobachteten Ergebnisse stets besser waren als prognostiziert.

Mikroökonomie passt sich an

Die Konsolidierung des Niedriginflationsregimes wird sowohl makro- als auch mikroökonomisch vorangetrieben.

Makroökonomisch fördert der Staat Stabilität, Kreditvergabe und Handelsintegration, während er Steuer-, Arbeits- und Regulierungsbelastungen reduziert.

Mikroökonomisch passen sich Unternehmen an die neue Realität an, indem sie Risiko-Rendite-Profile neu bewerten und den Fokus von Preisaufschlägen auf Umsatzwachstum verlagern.