BCRA-Vize präsentiert Wirtschaftsprogramm in Washington
Vladimir Werning, stellvertretender Gouverneur der Banco Central de la República Argentina (BCRA), stellte Investoren in Washington, D.C. das argentinische Wirtschaftsprogramm vor. Er skizzierte einen helleren Ausblick für die externe und interne Bilanz, trotz globaler Unsicherheiten.
Stabilität trotz globaler Schocks
Werning betonte die bemerkenswerte Stabilität der argentinischen Finanzmärkte im Vergleich zu anderen Schwellenländern, selbst inmitten globaler Schocks.
Zyklische Faktoren, wie die Erholung von einem inländischen Schock des Vorjahres, überkompensieren den aktuellen globalen Schock.
Politische Maßnahmen wie Devisenkäufe der BCRA, der Abbau von Devisenkontrollen und Exportsteuersenkungen tragen ebenfalls bei.
Strukturelle Treiber umfassen den Haushaltsausgleich, Kapitalrepatriierung und einen Energieüberschuss.
Die Netto-Internationalen Reserven (NIR) stiegen im ersten Quartal um 1,5 Milliarden US-Dollar, wobei der IWF-SLA für das zweite Quartal 3,5 Milliarden US-Dollar und für das Gesamtjahr 2026 8,0 Milliarden US-Dollar prognostiziert.
Die Nachfrage nach Devisen durch Haushalte brach nach den Wahlen zusammen und wird nun im Inland gehalten, was USD-Einlagen und -Kredite stützt.
Auch die Absicherung von Unternehmens-Devisen wird seit der Vorwahlzeit 2025 konsequent abgebaut.
Disinflation und Kreditzyklus
Im Hinblick auf die interne Bilanz verhindert die geldpolitische Haltung Zweitrundeneffekte auf den Verbraucherpreisindex (VPI).
Werning erklärte, dass relative Preisanpassungen den VPI vorübergehend angehoben haben, der Privatsektor jedoch eine Disinflation erwartet.
Das Management der Geldpolitik durch niedrigere Zinsen und geringere Zinsvolatilität unterstützt die Wiederaufnahme des Kreditzyklus.
Die BCRA-Devisenkäufe vom Privatsektor übertreffen alle früheren Regierungen, und das Programm für 2026 liegt mit fast 6 Milliarden US-Dollar bereits vor den Erwartungen.
Die BCRA hat zudem Devisenbeschränkungen für Haushalte und Unternehmen aufgehoben und lockert sie für institutionelle Anleger.
Die Regierung reduziert die Steuerlast für Exportsektoren, und die Preise für wichtige Exportgüter zeigen Anzeichen einer potenziellen Trendwende.
Exportlieferungen, sowohl im Energie- und Bergbausektor als auch in anderen Bereichen, haben ein Rekordhoch erreicht.
Optimismus auf wackligen Beinen
Die Präsentation zeichnet ein bemerkenswert optimistisches Bild der argentinischen Wirtschaft, das jedoch stark von der Fortsetzung der aktuellen Politik und externen Faktoren abhängt.
Während die fiskalische Disziplin und die Liberalisierung des Devisenmarktes positive Signale senden, bleibt die Anfälligkeit für globale Schocks und die Notwendigkeit tiefgreifender struktureller Reformen eine Herausforderung.
Die Fähigkeit, diesen Kurs beizubehalten und das Vertrauen der Investoren langfristig zu sichern, wird entscheidend sein, um die gezeigten positiven Trends zu verfestigen.