Finanzmärkte und Wirtschaft widerstandsfähig trotz geopolitischer Risiken
Der EZB-Rat stellte in seiner Februar-Sitzung fest, dass Finanzmärkte und Wirtschaft der Eurozone trotz erhöhter geopolitischer Unsicherheit widerstandsfähig blieben. Die Inflationsaussichten für 2026 wurden leicht nach oben korrigiert, während die EZB-Zinsen stabil erwartet werden.
Finanzmärkte trotzen Geopolitik
Obwohl die geopolitische und handelspolitische Unsicherheit seit der Dezember-Sitzung des EZB-Rats deutlich zugenommen hatte, zeigten die Finanzmärkte eine bemerkenswert verhaltene Reaktion.
Die Aktienmarktvolatilität stieg nur geringfügig, die Anleihemärkte reagierten kaum.
Die Risikobereitschaft der Anleger in der Eurozone und den USA erreichte nahezu den höchsten Stand seit der globalen Finanzkrise 2008.
Diese Stabilität wurde durch zwei Faktoren erklärt: Erstens lernten Anleger, 'durch den Lärm zu blicken', wie die geringen Reaktionen auf die Grönland-Zolldrohung im Januar 2026 zeigten, im Gegensatz zu früheren Schocks.
Zweitens trug die anhaltende Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft mit überwiegend positiven Makrodaten in der Eurozone und den USA zur Beruhigung bei.
Der Euro wertete seit Dezember 2025 um 1 Prozent gegenüber dem US-Dollar auf, was jedoch primär auf die Dollarschwäche zurückzuführen war.
Inflationsaussichten und robuste Wirtschaft
Die Inflation in der Eurozone zeigte im Januar weitere Rückgänge: Die HVPI-Gesamtinflation sank auf 1,7 Prozent (Dezember: 2,0 Prozent), die Nicht-Energie-Inflation auf 2,3 Prozent.
Die Kerninflation verringerte sich leicht auf 2,2 Prozent.
Die längerfristigen Inflationserwartungen blieben stabil bei rund 2 Prozent.
Vorausschauende Indikatoren deuteten auf eine weitere Lohnmoderation im Jahr 2026 hin.
Die EZB-Zinsprognosen zeigten geringe Unsicherheit, mit Erwartungen unveränderter Sätze für 2026 und 2027.
Die Eurozone zeigte sich robust, mit einem BIP-Wachstum von 0,3 Prozent im vierten Quartal 2025, angetrieben von Dienstleistungen und einer stabilen Binnennachfrage.
Die Arbeitslosenquote sank im Dezember auf 6,2 Prozent.
Stabilität trotz Stürmen
Das Protokoll zeichnet ein Bild bemerkenswerter Stabilität in einem volatilen Umfeld.
Die Eurozone scheint externe Schocks gut zu absorbieren, mit einer sich normalisierenden Inflation und ruhigen Finanzmärkten.
Dies stärkt die Position der EZB, ihre datenabhängige Politik ohne voreilige Schritte fortzusetzen.