EZB-Rat fasst weitreichende Beschlüsse zu Geldpolitik und Stabilität
Der EZB-Rat hat im Januar und Februar 2026 eine Reihe wichtiger Beschlüsse gefasst, die von Anpassungen des geldpolitischen Rahmens bis hin zu Maßnahmen zur Finanzstabilität und der Zugänglichkeit des digitalen Euro reichen. Diese Entscheidungen unterstreichen das Bestreben, sowohl operative Effizienz zu gewährleisten als auch auf neue Herausforderungen zu reagieren.
Anpassungen im geldpolitischen Instrumentarium
Der EZB-Rat hat im Januar und Februar 2026 wesentliche Anpassungen am geldpolitischen Rahmen beschlossen.
Ab dem 30. März 2026 werden über Distributed-Ledger-Technologie (DLT) begebene marktfähige Vermögenswerte als Sicherheiten in Eurosystem-Kreditoperationen akzeptiert, was die operative Effizienz steigern soll.
Bereits im Dezember 2025 wurde die Vereinfachung der Vergütung von Überschussreserven beschlossen, die künftig stets zum Einlagenzins erfolgen wird.
Dies soll bis Ende des ersten Halbjahres 2026 umgesetzt werden.
Zudem wurde die Eurosystem Repo Facility für Zentralbanken (EUREP) erweitert, um den Zugang zu erleichtern und die geografische Reichweite zu vergrößern.
Dies soll die reibungslose Transmission der Geldpolitik im Euroraum bei Liquiditätsengpässen im Ausland unterstützen.
Im Rahmen der jährlichen Überprüfung der Sicherheitenliste wurde der Finnish Fund for Industrial Cooperation Ltd (Finnfund) als berechtigter Emittent hinzugefügt.
Eine globale Erklärung, unterzeichnet von EZB-Präsidentin Lagarde, bekräftigte zudem die Solidarität mit Fed-Chef Powell und betonte die Bedeutung der Zentralbankunabhängigkeit.
Fokus auf Stabilität, Digitalisierung und interne Prozesse
Der EZB-Rat befasste sich auch mit Finanzstabilität, Digitalisierung und internen Governance-Fragen.
Der Klima- und Naturplan 2024-2025 wurde abgeschlossen, wobei die Integration klima- und naturbezogener Risiken in die Kernarbeit der EZB vertieft wird.
Die EZB wird ihre Arbeit in drei Schwerpunktbereichen intensivieren: Übergang zu einer grünen Wirtschaft, Bewältigung physischer Klimafolgen und Auswirkungen naturbezogener Risiken.
Eine Zusammenarbeit mit der ONCE Foundation soll die Zugänglichkeit der digitalen Euro-App für Menschen mit Behinderungen und eingeschränkten digitalen Fähigkeiten sicherstellen.
Zwei gemeinsame Berichte mit dem ESRB wurden zur Kenntnis genommen, die finanzielle Stabilitätsrisiken aus geoökonomischer Fragmentierung sowie aus Verknüpfungen zwischen Banken und Nichtbanken-Finanzinstituten analysieren.
Das Mandat des Market Infrastructure Board wurde angepasst und die Neubesetzung für die Amtszeit vom 1. Juni 2026 bis 31. Mai 2029 eingeleitet.
Christophe Kamps wurde zum amtierenden Sekretär für Geldpolitik ernannt.
Breite Agenda für eine komplexe Zeit
Die Vielzahl der Beschlüsse des EZB-Rates in kurzer Zeit unterstreicht die Notwendigkeit, auf eine sich schnell wandelnde Wirtschafts- und Finanzlandschaft zu reagieren.
Insbesondere die Öffnung für DLT-basierte Sicherheiten zeigt eine zukunftsorientierte Haltung, während die Stärkung der Finanzstabilität durch Risikobetrachtungen weiterhin Priorität hat.
Diese umfassende Agenda spiegelt den Versuch wider, sowohl operative Effizienz zu gewährleisten als auch auf strukturelle Herausforderungen wie Klimawandel und Digitalisierung zu antworten.