BDE-Umfrage: Haushaltseinkommen über Vorkrisenniveau
Die neunte Ausgabe der Finanzumfrage der Familien (EFF) des Banco de España zeigt, dass das Medianeinkommen der Haushalte 2023 erstmals das Niveau von 2001 übertraf. Die Umfrage liefert detaillierte Einblicke in Einkommen, Vermögen, Schulden und Ausgaben spanischer Haushalte.
Einkommenswachstum erreicht neue Höchststände
Die Finanzumfrage der Familien (EFF) 2024 des Banco de España, die Daten bis Ende 2024 (Einkommen für 2023) erfasst, offenbart eine bemerkenswerte Entwicklung: Das Medianeinkommen der Haushalte in Spanien stieg zwischen 2021 und 2023 um durchschnittlich 3,8 Prozent pro Jahr.
Damit übertraf es 2023 erstmals das Niveau von 2001, dem bisherigen Höchststand im Beobachtungszeitraum der EFF.
Dieses Wachstum konzentrierte sich vor allem auf die unteren Einkommensgruppen.
Die 20 Prozent der Haushalte mit dem geringsten Einkommen verzeichneten zwischen 2021 und 2023 einen jährlichen Zuwachs von 7,0 Prozent, während die obersten 10 Prozent der Einkommensverteilung einen Rückgang von 0,7 Prozent erlebten.
Dies deutet auf eine leichte Verringerung der Einkommensungleichheit hin.
Die EFF ist eine repräsentative nationale Quelle, die seit 2002 alle zwei Jahre erhoben wird und Teil der harmonisierten europäischen Household Finance and Consumption Survey ist.
Vermögensaufbau verlangsamt sich, Sachwerte verlieren an Gewicht
Im Gegensatz zum Einkommen entwickelte sich die Bruttovermögensentwicklung der Haushalte in Spanien deutlich verhaltener.
Zwischen 2022 und 2024 stieg das Median-Bruttovermögen lediglich um 0,9 Prozent pro Jahr.
Auffällig ist, dass das Bruttovermögen sowohl bei den 50 Prozent der Haushalte mit dem geringsten Nettovermögen als auch bei den 10 Prozent mit dem höchsten Nettovermögen sank, während es in den mittleren Vermögensschichten zulegte.
Die Studie zeigt zudem einen anhaltenden Rückgang des Anteils der Haushalte, die Sachwerte besitzen, ein Trend, der seit 2011 zu beobachten ist.
Dieser Rückgang ist besonders ausgeprägt bei Haushalten mit geringerem Nettovermögen.
Innerhalb der Sachwerte nimmt der Anteil des selbstgenutzten Wohneigentums am Gesamtvermögen erstmals seit 2002 wieder zu, was auf eine Verschiebung der Vermögensstruktur hindeutet.
Ein gemischtes Bild der finanziellen Gesundheit
Die Ergebnisse der EFF 2024 zeichnen ein ambivalentes Bild der finanziellen Lage spanischer Haushalte.
Während das Einkommenswachstum, insbesondere in den unteren Schichten, positiv überrascht und eine gewisse Resilienz signalisiert, stagniert der breite Vermögensaufbau.
Der Rückgang der Sachwerte, insbesondere bei einkommensschwachen Haushalten, könnte langfristig die finanzielle Stabilität untergraben.
Dies deutet auf strukturelle Herausforderungen hin, die trotz der Einkommensverbesserungen bestehen bleiben.
Quelle: Encuesta Financiera de las Familias (EFF) 2024
IN: