Escrivá: Überregulierung bremst Bankenunion und Wohnungsbau
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Escrivá: Überregulierung bremst Bankenunion und Wohnungsbau

Banco de España Gouverneur José Luis Escrivá kritisiert im Interview mit Expansión die europäische Überregulierung, die die Bankenunion und den Wohnungsbau bremse. Er kündigt ein Weißbuch zu Hypotheken-Obergrenzen an und warnt vor voreiligen Zinssenkungen.

Europas Regulierungswut: EBA als Problemlöser?

José Luis Escrivá, Gouverneur des Banco de España, kritisiert Europas „Proclivity zur Regulierung“, die zu einer übermäßigen Anzahl von Regeln geführt habe.

Er bemängelt, dass vage Mandate von EU-Rat und Parlament die Last oft auf die EBA (Europäische Bankenaufsichtsbehörde) abwälzen, die dann Hunderte von Normen schaffe.

Dies führe dazu, dass „Personen ohne demokratische Legitimität entscheiden, wie Banken zu funktionieren haben“, was sogar zu Bestrafungen führen könne.

Die erste Herausforderung sei es, den bestehenden Normenbestand zu korrigieren und sicherzustellen, dass neue Regeln anders geschaffen werden.

Escrivá sieht Donald Trump nicht als Auslöser für diese Entwicklung, sondern die inhärente Dichte der Vorschriften.

Bankenunion stockt, Hypotheken-Limits drohen

Escrivá kritisiert die nationale Bankenkonsolidierung, die durch fehlende Elemente der Bankenunion wie einen gemeinsamen Einlagensicherungsfonds behindert werde.

Er fordert europäische „Champions“ im Investmentbanking, sieht aber im Privatkundengeschäft weniger Bedarf an grenzüberschreitenden Fusionen.

Bezüglich möglicher Hypotheken-Obergrenzen kündigt der Gouverneur ein Weißbuch an, das die Aktivierung makroprudenzieller Maßnahmen analysiert.

Escrivá warnt vor der Eingriffsintensität solcher Limits, die private Bankaktivitäten einschränken und soziale Ungleichheit verstärken könnten.

Er betont die Notwendigkeit einer „chirurgisch feinen“ Parametrisierung, um unerwünschte Effekte zu vermeiden, sollte eine Einführung notwendig werden.

Wohnungsnot, Schuldenberg, Inflationsrisiko

Escrivá hebt Spaniens akute Wohnungsnot hervor, die durch ein Defizit von 750.000 Wohnungen und regulatorische Engpässe verschärft wird.

Er fordert eine Reduzierung der Staatsverschuldung, die 40 Prozentpunkte über dem EU-Ziel liegt, durch wachstumsfördernde Politik.

Trotz globaler Wirtschaftsresilienz warnt er vor anhaltender Kerninflation und Zweitrundeneffekten, die geldpolitische Entscheidungen komplexer machen.

Quelle: Entrevista al gobernador en Expansión

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