Eurozone: Leistungsbilanzüberschuss 2025 gesunken, Netto-Auslandsvermögen gestiegen
Der Leistungsbilanzüberschuss der Eurozone sank 2025 auf 276 Milliarden Euro (1,7 Prozent des BIP), nach 416 Milliarden Euro im Vorjahr. Gleichzeitig stieg das Netto-Auslandsvermögen Ende 2025 auf 1,76 Billionen Euro (11,0 Prozent des BIP).
Verschiebung im Leistungsbilanzsaldo
Der Leistungsbilanzüberschuss der Eurozone verringerte sich 2025 auf 276 Milliarden Euro (1,7 Prozent des BIP), nach 416 Milliarden Euro im Vorjahr.
Dieser Rückgang war hauptsächlich auf eine Verschiebung im Primäreinkommen von einem Überschuss (54 Milliarden Euro) zu einem Defizit (44 Milliarden Euro) zurückzuführen.
Auch ein geringerer Dienstleistungsüberschuss (von 186 auf 144 Milliarden Euro) und ein höheres Defizit im Sekundäreinkommen (von 169 auf 186 Milliarden Euro) trugen dazu bei.
Diese Entwicklungen wurden teilweise durch einen größeren Warenüberschuss (von 345 auf 362 Milliarden Euro) ausgeglichen.
Geografisch verzeichnete die Eurozone den größten bilateralen Leistungsbilanzüberschuss gegenüber dem Vereinigten Königreich (229 Milliarden Euro) und das größte Defizit gegenüber China (155 Milliarden Euro).
Das Defizit gegenüber den USA stieg von einem Überschuss von 14 Milliarden Euro auf 57 Milliarden Euro.
Netto-Auslandsvermögen wächst auf 1,76 Billionen Euro
Die internationale Netto-Investitionsposition der Eurozone erreichte Ende 2025 ein Nettovermögen von 1,76 Billionen Euro (11,0 Prozent des BIP), ein Anstieg von 166 Milliarden Euro gegenüber dem Vorquartal.
Dieser Zuwachs wurde hauptsächlich durch höhere Netto-Vermögenswerte bei Direktinvestitionen (von 2,78 auf 3,00 Billionen Euro) und Reserveaktiva (von 1,62 auf 1,77 Billionen Euro) getragen.
Dies wurde teilweise durch höhere Netto-Verbindlichkeiten bei Portfolio-Aktien (von 3,80 auf 4,07 Billionen Euro) ausgeglichen.
Die Veränderungen resultierten vor allem aus positiven Preisänderungen (136 Milliarden Euro) und Transaktionen (78 Milliarden Euro), während negative Wechselkursänderungen (35 Milliarden Euro) und andere Volumenänderungen (13 Milliarden Euro) gegenläufig wirkten.
Die Brutto-Auslandsverschuldung der Eurozone stieg Ende 2025 auf 17,00 Billionen Euro (107 Prozent des BIP).
Robuste Bilanz trotz struktureller Verschiebungen
Der Rückgang des Leistungsbilanzüberschusses, besonders im Primäreinkommen, signalisiert strukturelle Neuausrichtungen in den externen Wirtschaftsbeziehungen der Eurozone.
Trotzdem belegt das wachsende Netto-Auslandsvermögen die zunehmende Vermögensakkumulation und externe Widerstandsfähigkeit.
Diese Dynamik erfordert genaue Beobachtung, um langfristige Auswirkungen auf Wettbewerbsfähigkeit und Finanzstabilität zu bewerten.