Bankzugang für irreguläre Immigranten bleibt Hürde
Ein neuer Bericht des Banco de España zeigt: Immigranten ohne regulären Status haben weiterhin große Schwierigkeiten, ein Bankkonto zu eröffnen. Die Basiskonten, als Inklusionsinstrument konzipiert, erfüllen ihr Ziel nicht effektiv.
Basiskonten erreichen Zielgruppe nicht
Der aktuelle Bericht des Banco de España beleuchtet die erheblichen Schwierigkeiten, denen Immigranten ohne regulären Status beim Zugang zu Bankdienstleistungen gegenüberstehen.
Insbesondere die Eröffnung eines Basiskontos (CPB), das als Instrument zur finanziellen Inklusion gedacht war, scheitert oft an praktischen Hürden.
Die jährlichen Neueröffnungen von CPB liegen im Durchschnitt bei nur etwa 25.000, eine Zahl, die im krassen Gegensatz zum kontinuierlichen Zuzug irregulärer Immigranten steht.
Dies führt dazu, dass Anfang 2025 auf acht irreguläre Immigranten bestenfalls ein Basiskonto kam, was die geringe Effektivität des Instruments unterstreicht.
Banken zeigen eine ausgeprägte Zurückhaltung bei der Eröffnung von CPB und wenden die gesetzlichen Bedingungen restriktiv an.
Als Hauptgrund wird die strikte Geldwäschebekämpfungsgesetzgebung (AML) genannt, die Banken erheblichen Sanktions- und Reputationsrisiken aussetzt, falls sie die Sorgfaltspflichten nicht ausreichend erfüllen können.
Obwohl sowohl nationale Behörden, darunter der Banco de España selbst, als auch europäische Institutionen in den letzten Jahren Leitlinien und bewährte Praktiken zur Förderung einer flexibleren Auslegung der Vorschriften im Sinne der finanziellen Inklusion herausgegeben haben, bleiben die normativen Risiken für die Finanzinstitute bestehen.
Einige Banken versuchen, diese Risiken zu umgehen, indem sie vulnerablen Gruppen alternative Produkte mit einer operativ eingeschränkteren Funktionalität als ein vollwertiges CPB anbieten, was jedoch nicht immer die volle Inklusion gewährleistet.
Verbesserte Zugänglichkeit, Bargeld bleibt König
Die physische Zugänglichkeit zu Bankdienstleistungen in Spanien hat sich zwischen 2021 und Ende 2024 verbessert, trotz des anhaltenden Rückgangs von Bankfilialen und Geldautomaten.
Diese positive Entwicklung ist primär dem intensiven Einsatz mobiler Bankfilialen (Ofibuses) zu verdanken, die insbesondere in ländlichen Gebieten eingesetzt wurden.
Dadurch konnten 608 Gemeinden, die zuvor keinen Zugang hatten, an das Bankensystem angebunden werden, was die Zahl der Bevölkerung ohne Zugang um 33,5 Prozent auf 435.000 Personen reduzierte.
In Gemeinden mit weniger als 500 Einwohnern stieg die Zahl der Zugangspunkte sogar um 55,2 Prozent.
Bargeld bleibt mit 57 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2025 das primäre Zahlungsmittel, wobei dieser Anteil bei über 64-Jährigen und in Gemeinden ohne feste Bankfiliale noch höher ist (79 % bzw. 71 %).
Gleichzeitig gewinnen digitale Kanäle an Bedeutung: Mobile Zahlungen sind für 15,3 Prozent der Bevölkerung das Hauptzahlungsmittel, ein Anstieg um 7 Prozentpunkte seit 2023.
Bizum wird bereits von 37 Prozent für Transaktionen zwischen Privatpersonen genutzt.
Die Zufriedenheit mit Bankdienstleistungen (Schalter und Geldautomaten) übersteigt 80 Prozent.
Der Bericht enthält zudem eine erste Analyse der Zugänglichkeit in urbanen Gebieten (Barcelona, Madrid, Málaga und Sevilla), die eine heterogene Verteilung der Bankdienstleistungen sowohl zwischen als auch innerhalb dieser Zonen aufzeigt.
Das Finanzverhalten der allgemeinen Immigrantenbevölkerung unterscheidet sich, abgesehen von einigen Nuancen, kaum von dem der Einheimischen, wobei Unterschiede bei der Nutzung von Überweisungen (18 % vs. 1 %), dem Besitz von Kreditkarten und formalen Sparprodukten sowie der Inanspruchnahme informeller Kredite bestehen bleiben.
Regulierung vs. Inklusion: Ein Dilemma
Der Bericht des Banco de España offenbart ein tiefgreifendes Dilemma zwischen den notwendigen regulatorischen Anforderungen zur Geldwäschebekämpfung und dem übergeordneten Ziel der sozialen und finanziellen Inklusion.
Die anhaltenden und erheblichen Hürden für irreguläre Immigranten beim grundlegenden Bankzugang sind ein klares Zeichen dafür, dass die existierenden Instrumente und deren Anwendung in der Praxis nicht ausreichen, um diese vulnerable Gruppe effektiv zu erreichen.
Es bedarf dringend einer pragmatischeren und kohärenteren Lösung, die sowohl die legitimen Risikobedenken der Banken ernst nimmt als auch die grundlegende Notwendigkeit des Zugangs zu Finanzdienstleistungen für alle Bewohner Spaniens, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus, als gesellschaftliche Priorität anerkennt und sicherstellt.