Spanische Wirtschaft: Wachstumsprognose 2026 gesenkt, Inflation steigt
Die Banco de España (BDE) hat ihre makroökonomischen Projektionen für die spanische Wirtschaft aktualisiert. Die Wachstumsprognose für 2026 wurde leicht gesenkt, während die Inflationserwartungen angehoben wurden.
Wachstum verlangsamt sich, Inflation zieht an
Die spanische Wirtschaft verzeichnete im vierten Quartal 2025 ein robustes Wachstum von 0,8 Prozent und übertraf damit die Erwartungen.
Für das erste Quartal 2026 wird jedoch eine leichte Verlangsamung auf 0,5 bis 0,6 Prozent erwartet.
Die BDE hat ihre BIP-Wachstumsprognose für 2026 um 0,1 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent gesenkt.
Die Kerninflation verharrte zwischen November und Februar bei rund 3 Prozent.
Die Gesamtinflation wurde für 2026 um 0,9 Prozentpunkte auf 3 Prozent und für 2027 um 0,6 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent nach oben korrigiert.
Ein Anstieg der Inflation im zweiten Halbjahr 2026 wird hauptsächlich auf den Energiepreisschock zurückgeführt.
Die Lohnabschlüsse für 2026 liegen bei 2,9 Prozent, unter den 3,5 Prozent des Vorjahres.
Geopolitische Spannungen trüben Ausblick
Der Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten Ende Februar prägte die ersten Monate des Jahres 2026.
Die US-israelischen Angriffe auf den Iran führten zu erheblichen Störungen auf den Energiemärkten und verschlechterten das internationale Wirtschaftsumfeld.
Rohöl- und Erdgaspreise stiegen in den ersten Wochen des Konflikts um rund 30 Prozent bzw. 60 Prozent.
Dies führte zu Instabilität an den Finanzmärkten, mit Korrekturen an den großen Aktienindizes und einem Anstieg der langfristigen Staatsanleiherenditen im Euroraum.
Auch die Wachstumsaussichten für den Euroraum wurden für 2026 und 2027 nach unten korrigiert, während die Inflationsprognosen aufgrund steigender Energiepreise angehoben wurden.
Die EZB beließ ihre Leitzinsen im Februar und März unverändert bei 2,0 Prozent.
Unsicherheit bleibt dominanter Faktor
Die jüngsten Projektionen der Banco de España spiegeln eine fragile Erholung wider, die stark von externen Schocks beeinflusst wird.
Obwohl die Anpassungen moderat erscheinen, unterstreichen sie die anhaltende Anfälligkeit der spanischen Wirtschaft für geopolitische Risiken und Energiepreisschwankungen.
Eine nachhaltige Stabilisierung erfordert daher mehr als nur robuste Inlandsnachfrage – sie hängt entscheidend von der Entwicklung der internationalen Lage ab.