Marktmacht kostet Spanien Wohlstand: Studie quantifiziert Effekte
Eine Studie des Banco de España quantifiziert die Wohlfahrtskosten von Marktmacht in Spanien. Sie zeigt, dass hohe Margen und Ressourcenfehlallokation das jährliche Konsumvolumen erheblich reduzieren.
Drei Kanäle der Wohlfahrtsverluste
Das vorliegende Papier quantifiziert die Wohlfahrtskosten, die mit Marktmacht in Spanien verbunden sind.
Dazu wird ein dynamisches Modell mit heterogenen Unternehmen, variablen Margen und endogenem Unternehmenseintritt verwendet.
Die Autoren identifizieren drei Verzerrungskanäle: den aggregierten Aufschlag als uniforme Steuer, die Streuung der Aufschläge, die zu einer ineffizienten Ressourcenallokation führt, und einen ineffizienten Unternehmenseintritt.
Die Ergebnisse zeigen, dass bei einem durchschnittlichen Aufschlag von 20 % über den Grenzkosten die Wohlfahrtskosten 16,94 % des jährlichen Konsums eines repräsentativen Verbrauchers ausmachen.
Dieser Prozentsatz steigt nichtlinear auf 30,83 %, wenn der durchschnittliche Aufschlag 25 % beträgt.
Die Hauptquelle des Wohlfahrtsverlustes ist der aggregierte Aufschlag.
Fehlallokation und Wettbewerbspolitik
Die Fehlallokation von Ressourcen, verursacht durch die Streuung der Margen, reduziert die totale Faktorproduktivität (TFP) um 1,3 % bis 2,9 %.
Verzerrungen beim Unternehmenseintritt haben vergleichsweise geringere Auswirkungen auf die Wohlfahrtskosten.
Die Schätzungen sind konservativ, da die Heterogenität der Margen nur begrenzt erfasst wird und moderate Parameter für den Materialanteil an der Produktion verwendet werden.
Die Resultate unterstreichen die Bedeutung der Förderung des Wettbewerbs in Spanien und zeigen, dass selbst moderate Margenreduktionen erhebliche Auswirkungen haben können, insbesondere bei hohen Ausgangsmargen.
Die Methodik adaptiert Edmond, Midrigan und Xu (2023) an den spanischen Kontext, basierend auf Daten der Zentralen Bilanzierungsstelle des Banco de España.
Konkrete Zahlen für ein altes Problem
Diese Studie liefert dringend benötigte, konkrete Zahlen zu den Wohlfahrtskosten von Marktmacht in Spanien.
Die Anpassung einer etablierten Methodik an lokale Daten erhöht die Relevanz für die spanische Wirtschaftspolitik erheblich.
Angesichts der konservativen Schätzungen unterstreichen die Ergebnisse die Notwendigkeit einer aktiven Wettbewerbspolitik, um das Konsumvolumen zu steigern.