Neue Methodik: Spaniens Potenzialwachstum durch Demografie gestützt
Eine neue Studie des Banco de España überarbeitet die Methodik zur Schätzung des potenziellen BIP Spaniens. Die Ergebnisse zeigen ein höheres Wachstum in den letzten Jahren, hauptsächlich aufgrund positiver demografischer Entwicklungen.
Drei Neuerungen für präzisere Schätzung
Das Banco de España präsentiert eine überarbeitete Methodik zur Schätzung des potenziellen Bruttoinlandsprodukts (BIP) Spaniens.
Die Revision basiert auf drei Hauptinnovationen: Erstens, eine granularere Analyse der Wachstumsquellen, die Kapazitätsauslastung und die Zusammensetzung der Produktionsfaktoren (Kapital und Arbeit) berücksichtigt.
Zweitens, die gemeinsame Schätzung eines bayesianischen Vektor-Autoregressionsmodells (BVAR) mit gemeinsamen Trends, um die Beziehungen zwischen Arbeitsmarktvariablen besser zu nutzen.
Drittens, spezifische Anpassungen für die COVID-19-Periode und eine Erweiterung der aktiven Bevölkerungsgruppe auf 15-74 Jahre, um die erwartete Arbeitsmarktbeteiligung realistischer abzubilden.
Diese Verbesserungen führen zu einer präziseren Messung der totalen Faktorproduktivität (TFP) und des strukturellen Arbeitslosenanteils (NAIRU).
Demografie als Wachstumstreiber
Die neuen Schätzungen zeigen ein höheres Potenzialwachstum in den jüngsten Jahren (2022-2025), im Jahresdurchschnitt leicht über 2 Prozent, verglichen mit früheren Prognosen von etwa 1,3 Prozent.
Diese Aufwärtskorrektur ist maßgeblich auf positive demografische Entwicklungen zurückzuführen, insbesondere auf dynamischere Netto-Migrationsströme als erwartet.
Das durchschnittliche jährliche Bevölkerungswachstum zwischen 2022 und 2025 war fast 1 Prozentpunkt höher als zuvor prognostiziert.
Für das mittelfristige Potenzialwachstum wird eine Moderation erwartet, bedingt durch eine weniger dynamische demografische Komponente (progressive Alterung) und eine leichte Verlangsamung des Produktivitätswachstums.
Alternative Szenarien für Bevölkerung, strukturelle Arbeitslosigkeit und Produktivitätswachstum berücksichtigen die hohe Unsicherheit langfristiger Schätzungen.