Spaniens Regionen: Madrid führt bei Arbeitsproduktivität, Industrie zeigt Resilienz
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Spaniens Regionen: Madrid führt bei Arbeitsproduktivität, Industrie zeigt Resilienz

Eine Studie des Banco de España analysiert die Entwicklung der Arbeitsproduktivität in spanischen Regionen von 2000 bis 2022. Sie zeigt die anhaltende Führung von Madrid, den Balearen und Kanaren, während industriell geprägte Regionen in Krisen widerstandsfähiger sind.

Regionale Führung und sektorale Resilienz

Die Arbeitsproduktivität in spanischen Regionen von 2000 bis 2022 wurde in einer Studie des Banco de España (BDE) analysiert.

Die Forscher berechneten die Produktivität als Verhältnis von Bruttowertschöpfung zu effektiven Arbeitsstunden, basierend auf Daten des Nationalen Statistikinstituts (INE) und der Fundación de Estudios de Economía Aplicada (FEDEA).

Mittels hierarchischer Clusteranalyse wurden die Regionen in fünf Gruppen nach ihrer produktiven Spezialisierung und ihrem Produktivitätswachstum eingeteilt.

Die Ergebnisse bestätigen die anhaltende Führung des Clusters aus Madrid, den Balearen und den Kanarischen Inseln, der durch eine starke Tertiärisierung gekennzeichnet ist.

Industriell orientierte Cluster zeigten sich in Wirtschaftskrisen widerstandsfähiger.

Der Analysezeitraum ist in vier Phasen unterteilt: zwei Expansions- (2000–2007, 2014–2019) und zwei Rezessionsphasen (2008–2013, 2020–2022).

Dies ermöglichte die Hervorhebung regionaler Produktivitätstrends und sektoraler Dynamiken.

Die Studie betont zudem die heterogene Rolle der Dienstleistungsuntersektoren, deren Dynamik nicht immer mit den Cluster-Gruppierungen übereinstimmt.

Das spanische Produktivitätsparadox

Das 'Produktivitätsparadox' in Spanien – Stagnation in Booms, Anstieg in Rezessionen – wird durch das Gewicht geringproduktiver Sektoren wie Bau und arbeitsintensive Dienstleistungen erklärt.

In Wachstumsphasen zieht deren Beschäftigung die Durchschnittsproduktivität nach unten, in Krisen hebt der Jobabbau sie künstlich an.

Auch institutionelle Faktoren wie Arbeitsmarktdiualität und die Dominanz kleiner Unternehmen spielen eine Rolle.

Die Tertiärisierung und internationale Produktionsfragmentierung schwächen zudem das verarbeitende Gewerbe als Produktivitätstreiber.

Messprobleme in Dienstleistungssektoren, besonders bei digitaler Innovation, könnten die Produktivität unterbewerten, da offizielle Statistiken oft eine industrielle Logik verfolgen.

Reformen sind unerlässlich

Die Studie bestätigt die strukturellen Herausforderungen Spaniens bei der Produktivitätsentwicklung.

Die anhaltende Dominanz tertiärer Sektoren und die Messprobleme in innovativen Dienstleistungen erschweren eine präzise Einschätzung.

Für eine nachhaltige Steigerung der Arbeitsproduktivität sind tiefgreifende Reformen in der sektoralen Spezialisierung und im Arbeitsmarkt unerlässlich.