Systemische Risiken in der EU steigen weiter an
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Systemische Risiken in der EU steigen weiter an

Der Generalrat des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken (ESRB) stellt fest, dass die Finanzstabilitätsrisiken in der EU aufgrund des eskalierenden Nahostkonflikts zugenommen haben. Trotzdem zeigte sich das EU-Finanzsystem bisher widerstandsfähig.

Nahostkonflikt treibt Risiken

Die systemischen Risiken in der EU sind seit der letzten Sitzung im November gestiegen und bleiben erhöht.

Der ESRB-Generalrat verzeichnete starke Anstiege und Volatilität bei Öl- und Gaspreisen sowie eine Neupreisbildung an wichtigen Anleihemärkten, die teilweise höhere kurzfristige Inflationserwartungen widerspiegelte.

Diese Unsicherheiten führten auch zu Rückgängen bei wichtigen Aktienindizes, nachdem diese Anfang des Jahres Rekordhöhen erreicht hatten.

Das Risiko eines Cyberangriffs auf kritische Infrastrukturen bleibt aufgrund erhöhter geopolitischer Spannungen hoch.

Trotz dieser Entwicklungen haben die EU-Wirtschaft und das Finanzsystem eine breite Widerstandsfähigkeit gezeigt.

Finanz- und Wirtschaftskanäle unter Druck

Ein längerer Konflikt könnte über Finanzkanäle zu einer plötzlichen Anpassung der Markterwartungen führen, was scharfe und ungeordnete Korrekturen der Vermögenspreise sowie eine weitere Verschärfung der Finanzierungsbedingungen auslösen könnte.

Anhaltende Schwachstellen im Investmentfondssektor könnten adverse Marktdynamiken durch erzwungene Vermögensverkäufe und Liquiditätsengpässe verstärken.

Über Wirtschaftskanäle könnten hohe Energiepreise und Unsicherheit zu Bilanzstress bei Haushalten und Unternehmen führen, insbesondere in energieintensiven Sektoren, was mittelfristig das Kreditrisiko erhöhen und Staatsrisiken verschärfen könnte.

Der ESRB betonte die Notwendigkeit, die aktuelle Widerstandsfähigkeit zu erhalten.