Núñez: Banco de España integriert Klimarisiken in alle Funktionen
Soledad Núñez, Subgobernadora des Banco de España, stellte am 18. Februar 2026 die umfassende Strategie der Zentralbank zur Integration von Klimarisiken in ihre Kernfunktionen vor. Dies umfasst Finanzstabilität, Bankenaufsicht und Geldpolitik.
Klimawandel durchdringt alle Zentralbankfunktionen
Soledad Núñez betonte, dass der Klimawandel alle Kernfunktionen des Banco de España durchdringt: Preisstabilität, Finanzstabilität und Bankenaufsicht.
Klimafaktoren können inflationäre Effekte haben, physische und Übergangsrisiken gefährden die Finanzstabilität, und die Aufsicht muss Solvenz- und Liquiditätsvorschriften im Kontext der Nachhaltigkeit sicherstellen.
Der BDE arbeitet daran, diese Risiken zu identifizieren, zu messen, zu steuern und offenzulegen.
Die Subgobernadora hob die Notwendigkeit hervor, robuste Überwachungsrahmen zu etablieren und die Zusammenarbeit mit internationalen Gremien wie NGFS, FSB, Basler Ausschuss, EBA, EZB/SSM und ESRB zu intensivieren.
Konkrete Maßnahmen umfassen die Integration klimabezogener Aspekte in Stresstests, die Analyse von Überschwemmungsgefahren und die Erstellung eines zweijährlichen Klimarisikoberichts.
Eine holistische Regulierung soll das Wissen und Management dieser Risiken sowie die Offenlegung granularer Daten verbessern.
Gradueller Ansatz in Aufsicht und Geldpolitik
Die Aufsichtsstrategie des Banco de España dehnt sich von Klimarisiken auf umfassendere Umweltrisiken aus.
Sie umfasst die Bewertung bankinterner Praktiken, die Analyse der Offenlegung von Risiken und die Durchführung von Stresstests sowie Vor-Ort-Inspektionen.
Der BDE kooperiert eng mit der EZB, die bereits 2019 Klimarisiken in ihre Risikokarte aufnahm und eine Roadmap für SSM-Aktivitäten entwickelte.
Auch in der Geldpolitik werden Klimaaspekte berücksichtigt: Nach der Strategieüberprüfung 2021 integrierte die EZB Klimafaktoren in den Ankauf von Unternehmensanleihen, das Sicherheiten-System und die Bewertung von Risiken.
Der Banco de España wendet zudem Prinzipien nachhaltiger Investitionen bei der Verwaltung seiner eigenen Portfolios an.
Klimapionier mit Datenlücken
Der Banco de España positioniert sich als Vorreiter bei der Integration von Klimarisiken in die Zentralbankarbeit, was die Breite der Initiativen eindrucksvoll belegt.
Trotzdem bestehen erhebliche Herausforderungen bei der Entwicklung neuer Indikatoren und der Verfügbarkeit granularer Daten.
Die Auswirkungen extremer Wetterereignisse wie DANA unterstreichen die Dringlichkeit und Komplexität der Risikomessung im Finanzsystem.