Núñez: Digitale Assets erfordern koordinierte Schritte
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Núñez: Digitale Assets erfordern koordinierte Schritte

Soledad Núñez, stellvertretende Gouverneurin der Banco de España, betonte die Notwendigkeit koordinierter öffentlicher Maßnahmen angesichts der raschen Entwicklung digitaler Assets. Sie sprach auf den XII. Securities Services Konferenzen in Madrid über Tokenisierung und die Abhängigkeit von Technologieanbietern.

Explosives Wachstum digitaler Assets

Der Markt für digitale Assets hat in den letzten Jahren ein explosives Wachstum erlebt und sich zu einem globalen Phänomen entwickelt, das weitreichende Implikationen für Wirtschaftswachstum, Innovation und Finanzstabilität birgt.

Soledad Núñez, stellvertretende Gouverneurin der Banco de España, hob hervor, dass der aggregierte Wert von Krypto-Assets 2025 fast 4,2 Billionen US-Dollar erreichte.

Das Volumen tokenisierter Fonds verdreifachte sich im letzten Jahr, und traditionelle tokenisierte Assets auf öffentlichen Blockchains stiegen von 5 Milliarden auf 45 Milliarden US-Dollar.

Diese Dynamik fördert institutionelle Plattformen, auf denen Finanzinstitute kooperieren, um fortschrittliche Finanzdienstleistungen mittels Smart Contracts zu entwickeln.

Beispiele sind die europäische 'Regulated Layer One'-Initiative und das SWIFT-Projekt für ein 24/7 DLT-basiertes grenzüberschreitendes Zahlungsnetzwerk.

Gleichzeitig konsolidiert sich die Nutzung öffentlicher Netzwerke, was zu einer potenziellen Konzentration bei Anbietern und Fragmentierungsrisiken durch mangelnde Interoperabilität führen könnte.

Öffentliche Koordination gegen Fragmentierung

Angesichts der rasanten Entwicklungen ist ein adäquater Regulierungsrahmen unerlässlich, wie er von der Europäischen Union vorangetrieben wird.

Die Banco de España verfolgt das Ziel, die Rolle des Zentralbankgeldes als Anker des Währungssystems zu bewahren und Hindernisse für die Skalierung der Tokenisierung zu beseitigen.

Hauptbarrieren sind die Fragmentierung der Plattformen, die Interoperabilität und Liquidität einschränkt, sowie das Fehlen eines zuverlässigen Abwicklungsinstruments für On-Chain-Operationen.

Diese Herausforderungen unterstreichen die Notwendigkeit koordinierter öffentlicher Maßnahmen, die sich bereits international und europäisch materialisieren.

Das BIS Innovation Hub treibt seit 2024 Initiativen voran, darunter das Projekt Agorá für grenzüberschreitende Großhandelszahlungen mit CBDC und tokenisierten Einlagen.

Auch das Eurosystem akzeptiert seit Ende März DLT-Instrumente als Sicherheiten für Kreditoperationen.

Tech-Abhängigkeit: DORA setzt neue Maßstäbe

Die zunehmende Abhängigkeit des Finanzsektors von spezialisierten Technologieanbietern stellt ein erhebliches, systemisches Risiko dar.

Das DORA-Regulativ der EU ist ein notwendiger Schritt, um diese Risiken zu managen und die operative Resilienz zu stärken.

Dennoch bleibt die effektive Überwachung dieser kritischen Dienstleister eine dauerhafte Herausforderung für Aufsichtsbehörden und Banken gleichermaßen.